Analyse
EZB-Leitzins dürfte 2006 lediglich bis auf 2,5% steigen

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung des Chefvolkswirten der HVB Group, Jörg Krämer, bis zum Ende des Jahres 2006 den Leitzins lediglich auf 2,5 Prozent anheben.

dpa-afx MÜNCHEN. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung des Chefvolkswirten der HVB Group, Jörg Krämer, bis zum Ende des Jahres 2006 den Leitzins lediglich auf 2,5 Prozent anheben. Die EZB dürfte angesichts der intakten Aufwärtstrends bei den Frühindikatoren im ersten Quartal die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte anheben, schreibt Krämer in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Die EZB sehe zudem Aufwärtsrisiken für die Inflation und eine reichliche Liquiditätsversorgung.

Weitere Zinsanhebungen seien in 2006 jedoch nicht zu erwarten, schreibt Krämer. Der Hauptgrund für die lediglich moderaten Zinserhöhungen sei die erwartete Abschwächung der Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres. Diese dürfte bereits im zweiten Quartal deutlich werden. Dies dürfte die Position derer im EZB-Raten stärken, die bereits heute Zinserhöhungen skeptisch gegenüber stünden. Schließlich sei vor sechs Monaten angesichts schwacher Wirtschaftsdaten noch über eine Zinssenkung diskutiert worden.

Die Kritik vieler Politiker an der EZB-Entscheidung sei jedoch nicht gerechtfertigt, schreibt Krämer. Die Zinsen seien weiterhin "extrem niedrig" und die Finanzierungsbedingungen weiter günstig. Verantwortlich für das schwache Wachstum sei vielmehr die Politik die nicht in der Lage sei strukturelle Reformen durchzuführen.

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