Analyse
Geplante Golf-Währungsunion ist ein Risiko für Dollar

Die geplante Währungsunion von sechs Staaten am Persischen Golf ist nach Einschätzung der Commerzbank ein Risiko für den Dollar.

dpa-afx FRANKFURT. dpa-afxFRANKFURT. Die geplante Währungsunion von sechs Staaten am Persischen Golf ist nach Einschätzung der Commerzbank ein Risiko für den Dollar. "Die für das Jahr 2010 geplante gemeinsame Golfwährung könnte die Rolle des Dollar als dominierende Ölwährung in Frage stellen und damit die Finanzierung des US-Leistungsbilanzdefizites unterminieren", schreibt Devisenexperte Carsten Fritsch in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die sechs Mitgliedsstaaten des Golf-Kooperationsrates (GCC) bei Aufbau einer Währungsunion beratend unterstützen. Die Unterstützung der EZB gebe dem Vorhaben Gewicht, schreibt Fritsch. Bislang sind die jeweiligen Währungen an den Dollar gekoppelt, die Fremdwährungsreserven lauten ebenfalls größtenteils auf Dollar. Die EZB hat den betroffenen Staaten Bahrain, Kuwait, Saudi-Arabien, Oman, Katar, und Vereinigte Arabischen Emirate ein "bemerkenswertes Ausmaß an monetärer Konvergenz" bescheinigt.

Schnelle Akzeptanz Erwartet

Eine gemeinsame Währung hätte laut Fritsch das Potenzial, dem Dollar die Rolle als beherrschende Ölwährung abzugraben und könnte laut Fritsch zu einem erheblichen Belastungsfaktor für den Dollar werden. Die beratende Rolle der EZB dürfte den Einfluss und die Attraktivität des Euro in der Region erhöhen. "Die künftige Währung wäre aufgrund der Deckung durch Öleinnahmen auch als potenzielle Reservewährung für Zentralbanken interessant", schreibt Fritsch. Zudem würden die sechs Staaten ihre Ölexporte vermutlich in der neuen Golfwährung abwickeln, was die weltweite Dollarnachfrage verringern würde. Die betroffenen Länder verfügen immerhin über die Hälfte der bekannten weltweiten Erdölreserven. Politische und religiös motivierte Faktoren sprechen laut Fritsch für eine schnelle Akzeptanz der neuen Währung.

Eine unmittelbare Gefahr für den Dollar sieht Fritsch allerdings noch nicht, da noch einige Jahre bis zur Schaffen der Union vergehen dürften. Die Entwicklung müsse "man jedoch im Auge behalten".

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