Analyse
Hoher Abschreibungsbedarf bei Deutscher Bank

Die Deutsche Bank gehört nach der Einschätzung von Jpmorgan zu jenen Banken Europas mit besonders hohem zusätzlichen Abschreibungsbedarf im zweiten Halbjahr 2008.

dpa-afx LONDON. Die Deutsche Bank gehört nach der Einschätzung von Jpmorgan zu jenen Banken Europas mit besonders hohem zusätzlichen Abschreibungsbedarf im zweiten Halbjahr 2008. Nach Lloyds (inklusive Hbos), deren zusätzlicher Abschreibungsbedarf sich vor Steuern auf 5,7 Mrd. Euro belaufen dürfte, folge bereits die Deutsche Bank, schrieben die Experten in einer Studie zu europäischen Groß- und Investmentbanken am Mittwoch. Für die nach Marktkapitalisierung größte deutsche Bank erwarten sie ein weiteres Abschreibungsvolumen vor Steuern von 4,5 Mrd. Euro. Das Anlageurteil lautet "Underweight" mit einem Kursziel von 48,70 Euro (aktueller Kurs: 49,300 Euro).

Danach folge die britische Barclays mit 3,7 Mrd. Euro, die Schweizer UBS mit 2,7 Mrd. Euro und die französische Societe Generale mit 2,6 Mrd. Euro. Banken, die dem Risiko ausgesetzt seien, eine Kernkapitalquote von sechs Prozent (Core Tier I) zu erreichen, dürften Lloyds, Royal Bank of Scotland (RBS) , Barclays und Credit Agricole sein. Zudem sehen die Analysten auch den Nettovermögenswert (NAV) einiger Banken bedroht, also den Wert aller materiellen und immateriellen Vermögensgegenstände abzüglich der Verbindlichkeiten.

Insgesamt rechnet JPM für Europas Groß- und Investmentbankensektor mit einem Abschreibungsvolumen vor Steuern von 28,4 Mrd. Euro für das zweite Halbjahr 2008. Damit dürfte sich die gesamte Abschreibungssumme auf geschätzte 116,1 Mrd. Euro belaufen, womit noch weitere 24 Prozent des insgesamt erwarteten Abschreibungsvolumens übrig blieben, schrieben die Analysten.

Die Experten raten daher, Banken mit bedrohtem NAV zu meiden. Das seien etwa solche mit Verlusten im Zuge von Neubewertungsprozessen. So sähen in diesem Zusammenhang etwa die für 2008 erwarteten Kernkapitalquoten für RBS, Barclays, Credit Agricole und Lloyds recht ausgedehnt aus. Auch von Banken mit traditionellen Vermögenswertqualitäten wie SEB Bank , Danske Bank , BCP , Nordea , Bank of Ireland oder RBS raten sie eher ab. Untergewichtet sollten zudem auf Finanzierungen spezialisierte Banken sein wie Lloyds, Dexia und die Bank of Ireland.

Übergewichtet werden von Jpmorgan dagegen Bankaktien, die den Risikotest der Investmentbank gut überstanden hätten und zu attraktiven Bewertungen gehandelt würden. Mit "Overweight" sind demnach etwa die Titel der Credit Suisse , der Societe Generale, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (Bbva) , Erste Group Bank oder Banco Popolare eingestuft.

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