Analyse
HSBC sieht Dax Ende 2010 bei 6 300 Punkten

Die HSBC-Gruppe blickt verhalten optimistisch auf das kommende Jahr und sieht den deutschen Leitindex Dax bis Ende 2010 bei 6 300 Punkten.

dpa-afx FRANKFURT. Die HSBC-Gruppe blickt verhalten optimistisch auf das kommende Jahr und sieht den deutschen Leitindex Dax bis Ende 2010 bei 6 300 Punkten. "Er könnte auch bis auf 6 500 oder 6 600 Punkte steigen", sagte Christian Heger, Chief Investment Officer der Fondsgesellschaft HSBC Global Asset Management am Donnerstag in Frankfurt. Er bevorzuge aber eine vorsichtigere Prognose.

Den Dow Jones Eurostoxx 50 erwartet er bei 3 100 Punkten und rät allgemein zu einer defensiven Anlagestrategie. Vor allem der Versorger- und Telekomsektor sei interessant, auch mit Blick auf Dividenden-Zahlungen. Zudem gelte es, den Pharmasektor zu beachten. Der Automobilsektor hingegen muss nach HSBC-Einschätzung mit einem weiteren schwierigen Jahr rechnen.

Herausforderungen FÜR Autobranche

Die Aktienmarktentwicklung sieht Heger 2010 spiegelbildlich verlaufen zu der des laufenden Jahres. Nach einem freundlichen Auftakt dürfte in den Sommermonaten bis zum Herbst 2010 eine Korrektur erfolgen und dann eine Seitwärtsphase. "Der Großteil der Aufwärtsbewegung dürfte folglich in den nächsten drei Monaten stattfinden, denn in der zweiten Jahreshälfte 2010 werden positive Überraschungen und steigende Unternehmensgewinne schwerer zu erreichen sein." Zudem werde sich dann der Blick verstärkt auf das Jahr 2011 richten, in dem die Konjunkturprogramme auslaufen.

Analyst Horst Schneider von der Bank HSBC Trinkaus sieht insbesondere auf den Autosektor kein einfaches Jahr zukommen. Bis Mai ist er noch relativ zuversichtlich, da solange die Auftragsbestände in den Büchern der europäischen Massenhersteller dank der Abwrackprämien noch hoch seien. "Dadurch dürfte sich der Rückgang im Jahr 2010 in Grenzen halten." 2011 sollte der Sektor jedoch wieder auf das Niveau von 2008 zurückfallen, bis es 2012/13 wieder aufwärts gehen dürfte. "Wenn man an diese Perspektive glaubt, dann dürften Kursrückgänge im Sektor wieder eine Kaufgelegenheit sein, so Schneider.

"Kasse Halten Bringt Nichts"

Für 2010 rechnet der Analyst zunächst damit, dass die Premiumhersteller wie BMW oder Daimler , die kaum von der Abwrackprämie profitiert haben, wieder Marktanteile gewinnen. Allerdings müsse deren Aufgabe in Zukunft sein, stärker in Richtung Kleinwagensegment zu gehen. Entscheidend sei für die Autohersteller vor allem eine attraktive Modellpalette und eine gute Positionierung statt reiner Kostensenkungen, weshalb Schneider BMW gegenüber Daimler deutlich vorzieht.

Allgemein gilt laut Experte Heger, der zugleich auch Geschäftsführungsmitglied der HSBC Global Asset Management ist: "Kasse halten bringt nichts." Sowohl im Bereich der Euro-Staatsanleihen als auch der Unternehmensanleihen und auch am Aktienmarkt seien höhere Renditen zu erwarten. Langlaufende Bundesanleihen seien aber keine attraktive Anlage mehr und allenfalls länger laufende Staatsanleihen (Bonds) aus Irland oder Griechenland als Beimischung interessant.

Warnung VOR Aggressiven Wetten

Insgesamt aber warnt der Experte vor aggressiven Wetten in jedweder Richtung und Vermögensklasse. Die Anleger müssten sich im kommenden Jahr auf generell niedrigere Vermögenswerte einstellen. Sollten diese dennoch steigen, drohe in den nächsten zwölf bis 18 Monaten die Gefahr von Blasen. "Wenn dann die Notenbanken gegensteuern, ist mit einer scharfen Korrektur in allen Asset-Klassen zu rechnen."

Für Investoren, die sich globaler ausrichten wollten, sei Brasilien ein "Top-Tipp" und auch die Türkei sei interessant, so Heger. Die Schwellenländer (Emerging Markets) allgemein gesehen dürften sich dagegen nicht unbedingt besser entwickeln als die Industrieländer. Die Asset-Klasse "Emerging Market Bonds" hingegen habe Potenzial zur Anlage des Jahres 2010 zu werden, wobei kurze Laufzeiten wegen des Risikos steigender Zinsen vorzuziehen seien. Durch die gute konjunkturelle Lage vieler Länder hätten sich die Chancen auf Währungsgewinne erhöht und gleichzeitig biete eine breite Spanne bei der Rendite ein attraktives Polster.

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