Analyse
HVB bestätigt Siemens mit 'Outperform'

Die HVB hat die Siemens-Aktie nach der vorgestellten Lösung für den verlustreichen Informationstechnik-Bereich SBS auf "Outperform" belassen. Analyst Roland Pitz bestätigte am Freitag außerdem das Kursziel von 85 Euro für die im Dax notierte Aktie.

dpa-afx MÜNCHEN. Die HVB hat die Siemens-Aktie nach der vorgestellten Lösung für den verlustreichen Informationstechnik-Bereich SBS auf "Outperform" belassen. Analyst Roland Pitz bestätigte am Freitag außerdem das Kursziel von 85 Euro für die im Dax notierte Aktie. Siemens hatte am Vortag angekündigt, zum Januar 2007 die konzernweiten IT- und Softwareaktivitäten aus den Landesgesellschaften Schweiz, Österreich, Griechenland und Indien mit der kriselnden SBS zu verschmelzen.

"Wir sehen die angekündigte Neuordnung als konsequente Fortsetzung des eingeschlagenen Restrukturierungskurses", schrieb der HVB-Experte. Das Geschäft der SIS wird sich an den neuen Siemens-Kernbranchen (Medizin, Automation, Infrastruktur, Energie) ausrichten. "Mit dieser Entscheidung gibt Siemens unseres Erachtens dem krisengeschüttelten IT-Geschäft die letzte Chance, die Margenziele zu erreichen", betonte Pitz.

"Wir gehen davon aus, dass die neuen Einheiten rund 600 bis 700 Mill. Euro Umsatz bei einer Marge von rund 3,5 Prozent erzielen", schrieb Pitz. Als positiven operativen Effekt wertete er die Schaffung struktureller Kostenvorteile wegen der in SIS enthaltenen Geschäftssparten in Niedriglohnländern. Für den kostenintensiven inländischen SIS-Part dürfte aus Sicht des Analysten 2007 entscheidend werden, inwieweit er neue Projekte im Inland auf wettbewerbsfähigen Preisniveau an Land ziehen könne.

Der neue Bereich "Siemens IT Solutions und Services (SIS)" wird ab dem dritten Geschäftsquartal 2006/07 (Ende Juni) in der neuen Struktur konsolidiert. Siemens hält unverändert an seinem Kostensenkungsziel bis 2007 von insgesamt 1,5 Mrd. Euro für SBS fest. "Über ein noch näher zu definierendes Bündel an Maßnahmen zur Verbesserung der Margen im Rahmen der strategischen Reorientierung hat SIS unseres Erachtens durchaus die Chance, im Jahresverlauf 2007 den unteren Bereich der nochmals bestätigten Zielmargen (5-6%) zu erreichen", schrieb der Analyst. Er geht davon aus, dass die nach seiner Schätzung hierfür fehlenden 250 Mill. Euro über einen Mitarbeiterabbau im mittleren einstelligen Prozentbereich zu erreichen seien.

"Sollte die neue SIS bis 2007 die bisherige Ebit-Zielmarge von fünf bis sechs Prozent Umsatzrendite nicht erreichen, erwarten wir in 2007 eine Ausgliederung in selbständige Einheiten beziehungsweise die Reintegration in den Siemens-Konzern", schrieb der Analyst. Unternehmenschef Klaus Kleinfeld hatte sich am Vortag nicht dazu äußern wollen, was er plane, wenn die Zielmargen verfehlt würden.

Entsprechend der Einstufung "Outperform" erwartet die HVB in den kommenden sechs Monaten eine Kursentwicklung der Siemens-Aktie, die um mehr als fünf Prozentpunkte über der Index-Prognose der Bank liegt.

Analysierendes Institut Hypovereinsbank.

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