Analyse
HVB senkt MLP nach Zahlen auf 'Neutral'

HVB hat die Aktie des Finanzdienstleisters MLP nach Quartalszahlen von "Outperform" auf "Neutral" gesenkt. Analyst Lucio Di Geronimo kappte außerdem sein Kursziel für den MDax -Titel von 21,50 auf 20,00 Euro sowie seine Gewinnschätzung 2006, wie er am Mittwoch mitteilte.

dpa-afx MÜNCHEN. HVB hat die Aktie des Finanzdienstleisters MLP nach Quartalszahlen von "Outperform" auf "Neutral" gesenkt. Analyst Lucio Di Geronimo kappte außerdem sein Kursziel für den MDax -Titel von 21,50 auf 20,00 Euro sowie seine Gewinnschätzung 2006, wie er am Mittwoch mitteilte. Die am Morgen veröffentlichten Quartalszahlen nannte der Experte "enttäuschend". MLP hatte ungeachtet der Gewinn- und Ertrags-Zuwächse im ersten Quartal 2006 Analysten-Erwartungen verfehlt.

"Die Quartalszahlen lagen in vielen Aspekten deutlich unter unseren Schätzungen und werfen zahlreiche Fragen auf", schrieb der HVB-Analyst. "Einzig die Berater und Kundenzahlen konnten unsere Erwartungen zumindest annähernd erfüllen." Nach dem schwachen Jahrestart erscheine das 2006-Ziel eines Vorsteuergewinns von mehr als 120 Mill. Euro "sehr ambitioniert". Die HVB habe daher ihre Gewinnschätzung gesenkt. Der Analyst traut MLP nun ein Vorsteuerergebnis von 119 (vorher: 130) Mill. Euro zu. Der Gewinn je Aktie dürfte nun 0,61 (bisher 0,75) betragen, im nächsten Jahr dann 0,84 (0,90) Euro.

Quartalsentwicklung ÜBerrascht

Vom Wachstum im ersten Quartal 2006 zeigte sich der Analyst überrascht: "Zwar sind die vermittelten Volumina in beinahe allen Produktkategorien um 50 Prozent bis mehr als 100 Prozent gestiegen, aber in den Umsätze aus dem Maklergeschäft schlug sich dies nur in einem 20-prozentigen Wachstum gegenüber dem nicht besonders umsatzstarken ersten Quartal 2005 nieder." Dies überrasche. Denn zusätzlich zum Volumenzuwachs wäre auch ein Margenanstieg bei dem an die Heidelberger Leben (frühere MLP Leben, die an Clerical Medical verkauft wurde) vermittelten Geschäft zu erwarten gewesen.

"MLP erklärt dies mit der Tatsache, dass annähernd die Hälfte des Prämienvolumens durch die nächste Stufe der Riestertreppe erzielt wurde", schrieb Di Geronimo. Charakteristisch für dieses Geschäft sei eine niedrige und zusätzlich über mehrere Jahre gestreckte Provisionszahlung. "Im betrieblichen Altersvorsorgegeschäft musste MLP hingegen einen Beitragsrückgang verzeichnen", schrieb der Analyst.

Kostenanstieg Noch EnttÄUschender

"Noch enttäuschender als die Umsatzentwicklung ist jedoch der Kostenanstieg, der sowohl bei den Personalkosten als auch bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen zu verzeichnen war." Die Personalaufwendungen seien entsprechend der Mitarbeiterzahl gestiegen, die sich im Jahresverlauf um mehr als 100 Vollzeitbeschäftigte erhöht habe. "Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren im letzten Jahr von den Schulungsaufwendungen für das Altersvorsorgegesetz gekennzeichnet und hätten erwartungsgemäß fallen sollen", betonte der HVB-Experte. Tatsächlich lägen sie jedoch sogar über dem Vorjahreswert, was offenbar auf hohe Marketingaufwendungen zurückzuführen sei.

Eine weitere Quelle der Enttäuschung sei der Verlust von 2,1 Mill. Euro aus dem aufzugebenden Geschäftsbereich Schweiz. Hier habe die HVB mit deutlich unter einer Million Euro gerechnet. In den folgenden Quartalen fallen laut Di Geronimo weitere operative Verluste von 0,5 Mill. Euro pro Quartal an.

Entsprechend der Einstufung "Neutral" erwartet die Hypovereinsbank über die kommenden sechs Monate eine Kursentwicklung der MLP-Aktie im Gleichklang mit dem Index. Die Aktie dürfte um minus fünf bis plus fünf Prozentpunkte um das Indexziel der Experten schwanken.

Analysierendes Institut Hypovereinsbank

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