Analyse
Jpmorgan rät bei europäischen Autobauern zum Abwarten

Jpmorgan hat in einer Branchenstudie zu europäischen Autobauern den Anlegern zum Abwarten geraten. Kurzfristig solle man vorsichtig bleiben, schrieben die Experten am Dienstag.

dpa-afx LONDON. Jpmorgan hat in einer Branchenstudie zu europäischen Autobauern den Anlegern zum Abwarten geraten. Kurzfristig solle man vorsichtig bleiben, schrieben die Experten am Dienstag. Allerdings dürfte der Sektor im ersten Quartal 2009 attraktive Einstiegsmöglichkeiten bieten, wenn erst einmal alle negativen fundamentalen Faktoren ausgespielt seien. So dürften die Absätze weiter zurückgehen und auch die Gesamtjahresergebnisse 2008 sowie die Ausblicke auf 2009 könnten schwächer ausfallen als aktuell am Markt erwartet.

Als stärkste Kurstreiber könnte sich allerdings die historisch niedrige Bewertung herausstellen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liege derzeit auf einem neuen Tief. Auch die Umstrukturierung der gesamten Branche, die möglicherweise nicht vor dem zweiten Halbjahr 2009 stattfindet, habe das Potenzial, zwischen 100 und 200 Basispunkte zur operativen Marge beizutragen. Zudem sollten relativ starke Bilanzen dem Sektor helfen, den aktuellen Abschwung besser zu überstehen als vorige Krisen.

Daimler ALS Bevorzugter Wert

Diese Bilanzstärke sei auch einer der Pluspunkte für den deutschen Autobauer Daimler , hieß es weiter. Die Titel wurden als einziger Wert im Sektor mit "Overweight" aufgenommen, das Kursziel auf 30 Euro gesetzt. Die Nachrichtenlage könne zwar kurzfristig negativ bleiben, allerdings sollte der Start der neuen E-Klasse im zweiten Quartal 2009 den Gewinnen im zweiten Halbjahr des kommenden Jahres einen Schub verleihen, so die Analysten. Unterdessen sei zwar auch die Bewertung von BMW und den Vorzügen von Volkswagen attraktiv, allerdings fehlten hier die kurzfristigen Impulsgeber. Beide Aktien wurden daher mit "Neutral" bewertet. Auch Porsche erhielt eine neutrale Einschätzung - hier könne der neue Panamera im dritten Quartal 2009 interessant werden.

FranzÖSische Konkurrenz Schneidet Schlechter AB

Schlechter schnitten die französischen Autokonzerne ab. Sowohl Renault als auch PSA Peugeot Citroen bekamen lediglich eine "Underweight"-Einstufung. Bei Peugeot stünden keine nennenswerten neuen Modelle auf der Agenda und auch die Schuldensituation könne sich verschlechtern. Bei Renault könne sich der Verschuldungsgrad noch zu einem der gravierendsten auf dem europäischen Automarkt entwickeln. Hinzu komme das Risiko möglicher Dividendenkürzungen. Allerdings könne die Markteinführung des neuen Megane Ende 2009 positiv wirken.

Gemäß der Einstufung "Overweight" geht Jpmorgan davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten besser als der vom Analystenteam beobachtete Sektor entwickeln wird. Mit der Einstufung "Neutral" rechnen die Analysten mit einer Entwicklung im Gleichklang mit dem beobachteten Sektor, bei "Underweight" wird eine im Vergleich zum Sektor schlechtere Entwicklung erwartet.

Analysierendes Institut Jpmorgan.

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