Analyse
Jpmorgan senkt Munich-Re-Einstufung auf „Neutral“

Die US-Großbank Jpmorgan hat die Einstufung für den Rückversicherer Munich Re wegen geringerer Gewinnerwartungen von „Overweight“ auf „Neutral“ gesenkt.

dpa-afx LONDON. Die US-Großbank Jpmorgan hat die Einstufung für den Rückversicherer Munich Re wegen geringerer Gewinnerwartungen von "Overweight" auf "Neutral" gesenkt. Das Kursziel sei von 131,00 Euro auf 115,00 (Kurs: 105,82) Euro reduziert worden, heißt es in einer am Mittwoch in London veröffentlichten Studie der Bank. Der Jpmorgan-Experte Michael Huttner geht für das laufende und die kommenden beiden Jahren von einem geringeren Gewinn je Aktie als bislang aus. Als Grund nannte er vor allem die jüngsten Aussagen des Managements zur erwarteten Entwicklung des Gewinns und der Rendite auf das eingesetzte Kapital. Zudem habe die Munich-Re-Spitze erneut betont, dass sie keine zu hohen Risiken eingehen wolle. Dies begrenze die Gewinnaussichten.

Zudem dürften den Konzern auch die neuen Kapitalregeln belasten. "Wir gehen davon aus, dass die ab 2013 geltenden Vorschriften (Solvency 2) vor allem für die Lebensversicherer höhere Kapitalanforderungen bedeuten werden", hieß es in der Studie. Dies werde die Munich Re treffen, da sie mit Ergo den drittgrößten deutschen Lebensversicherer besitzt. Von der Erstversicherungstochter geht nach Einschätzung der Experten eine weitere Gefahr für die Munich Re aus. Sollten die Erträge auf das angelegte Vermögen weiter so gering bleiben, dann werde dies auf das Ergebnis drücken, da der Konzern auf der anderen Seite den Versicherungsnehmern einen bestimmten Zinssatz garantiert.

Positiv sehen die Jpmorgan-Analysten weiter die hohe Ausschüttungsquote der Munich Re in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen. Die Münchener seien derzeit europaweit der einzige Versicherer, der in der Lage ist und es sich auch zutraut, Aktien zurückzukaufen. Insgesamt stuften die Analysten ihre bisherigen Gewinnprognosen nach der Vorlage der Neunmonatszahlen und dem Ausblick des Managements zurück. Für 2009 wurde die Prognose für den Gewinn je Aktie um fünf Prozent zurückgenommen. Für 2010 und 2011 um 15 beziehungsweise 14 Prozent. Damit liegt die US-Großbank nach eigener Einschätzung unter der durchschnittliche Marktprognose, rechnet aber damit, dass diese in den kommenden Wochen ebenfalls sinken wird.

Gemäß der Einstufung "Neutral" geht Jpmorgan davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten im Gleichklang mit dem vom Analystenteam beobachteten Sektor entwickeln wird.

Analysierendes Institut Jpmorgan.

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