Analyse
Julius Bär erwartet 6. Wachstumsjahr in Folge

Die Experten von Julius Bär bleiben für die Konjunktur und die Finanzmärkte optimistisch gestimmt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Experten von Julius Bär bleiben für die Konjunktur und die Finanzmärkte optimistisch gestimmt. In den kommenden Monaten werde es für die Weltwirtschaft weiter nach oben gehen, auch wenn die Dynamik sich abschwäche, sagte Gerhard Grebe, Chief Investment Strategist der Schweizer Privatbank, am Freitag in Frankfurt. "Nach fünf Jahren Aufschwung gehen wir in das sechste Wachstumsjahr, und ich bleibe dabei, dass wir gerade einen „Superzyklus“ erleben, der noch mehrere Jahre dauern könnte", so Grebe.

Der Experte sieht allerdings deutliche regionale Unterschiede. Zum künftigen Wachstum sollten vor allem die asiatischen Schwellenländer mit ihrem steigenden Anteil an der globalen Wertschöpfung beitragen. Dabei sei eine zunehmende Abkopplung von der Entwicklung in den USA zu beobachten. Lediglich eine US-Rezession - mit der er allerdings nicht rechne - könnte diesen Aufwärtstrend beeinträchtigen. Gefahr drohe auch bei einer weiteren, massiven Verteuerung der Energiepreise. In den Vereinigte Staaten werde die US-Wirtschaft wohl erst im zweiten Halbjahr 2008 wieder an Fahrt gewinnen.

Wirtschaftsdynamik IN Eurozone Sinkt

Der Eurozone steht nach Ansicht des Experten eine Verlangsamung der Wirtschaft noch bevor. Frühindikatoren signalisierten, dass der Zenit des aktuellen Konjunkturzyklus überschritten sei. Dämpfend wirkten die anhaltend straffe Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), höhere Steuern und der hohe Außenwert der europäischen Gemeinschaftswährung. Jedoch könnte die EZB bei einem durch den Konjunkturrückgang gebremsten Inflationsdruck ihre Geldpolitik mittelfristig lockern. Eine Zinssenkung erwartet Grebe indes nicht vor dem zweiten Halbjahr 2008.

Auf Deutschland bezogen prognostizierte Grebe eine nur wenig beeinträchtigte Fortsetzung des starken Wachstums. Im laufenden Jahr hätten die rege Investitionstätigkeit und der Exportboom die Auswirkungen der Mehrwertsteuererhöhung auf den privaten Konsum aufgefangen. Dieses Bild dürfte sich 2008 ändern, wenn die sinkende Arbeitslosigkeit und der Lohnzuwachs die abnehmende Exportdynamik weitgehend kompensierten.

Aktien Weiter GÜNstiger ALS Anleihen - SchwellenlÄNder Bevorzugt

Gerard Piasko, Chief Investment Officer im Privatkundengeschäft, zufolge sind Aktien gegenüber Anleihen immer noch günstiger bewertet. Wegen der unterschiedlichen Erwartungen für die einzelnen Wirtschaftsräume bevorzuge er dabei die Aktienmärkte der Schwellenländer. Der schwache Dollar treibe die Notierungen an, da die meisten Rohstoffe in der US-Währung gehandelt würden und rohstoffsensitive Titel der wichtigste Sektor an den Schwellenländerbörsen seien.

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