Analyse
Julius Bär sieht in Nordafrika lukrative Investitionsmöglichkeit

Auf der Suche nach neuen lukrativen Investitionsmöglichkeiten hat Julius Bär die Region Nordafrika entdeckt. "Die Schwellenländer sind für 75 Prozent des weltweiten Wachstums in den vergangenen fünf Jahren verantwortlich gewesen", sagte Chefvolkswirt Janwillem Acket am Donnerstag in Frankfurt.

dpa-afx FRANKFURT. Auf der Suche nach neuen lukrativen Investitionsmöglichkeiten hat Julius Bär die Region Nordafrika entdeckt. "Die Schwellenländer sind für 75 Prozent des weltweiten Wachstums in den vergangenen fünf Jahren verantwortlich gewesen", sagte Chefvolkswirt Janwillem Acket am Donnerstag in Frankfurt. Die Aktienkurse in den großen Industrieländern seien insbesondere seit Jahresbeginn kräftig gefallen. Die Schwankungsanfälligkeit der Börsen bleibe wegen der stark asynchronen Wachstumszyklen der Weltwirtschaft und der Bankenkrise weiter sehr hoch. Daher sei ein Blick auf die Schwellenländer lohnenswert, hieß es. Nordafrika sei daher eine gute Ergänzung zu bestehenden Schwellenländer-Anlagen.

Zwar sei auch in den so genannten Emerging Markets - und nicht nur in den großen Industrieländern - eine Verlangsamung der Wachstumsdynamik zu erwarten, "aber das Wachstum bleibt immer noch hoch, und das ist der Rahmen, der gesetzt ist für die Dynamik der Finanzmärkte", sagte Acket. Das Wachstum der Schwellenländer führe zu vermehrtem Wohlstand und dieser wiederum zu höheren Produkt-Nachfragen. Wer daher kreativ sei sowie nachhaltig und langfristig an den Entwicklungen teilhaben wolle, könne in dieser Nische daher interessante Portfolio-Zukäufe tätigen, gab sich Acket überzeugt.

„AUS Fehlern DER Vergangenheit Gelernt“

Der Blick nach Nordafrika erscheine nur auf den ersten Blick möglicherweise abwegig, meinte Portfolio-Manager Malek Bou-Diab. Doch er geht nicht davon aus, dass Fehler, die Afrika in der Vergangenheit begangen hat, wiederholen werden. "Wir leben in einer sich schnell verändernden Welt und die Volkswirtschaften Afrikas haben dazugelernt", sagte er. Afrika werde häufig noch mit der Finanzierung von im Sande verlaufenen Projekten verbunden sowie mit Korruption und hoher Verschuldung. Doch mittlerweile würden beträchtliche Anstrengungen unternommen, um etwa den Rohstoffboom in ein nachhaltiges Wachstum zu überführen, die Haushaltsbilanzen zu stärken und die Staatsausgaben zu kontrollieren. Zudem gebe es inzwischen eine neue Generation sehr gut ausgebildeter und zuverlässiger Führungskräfte.

Mit Nordafrika will Julius Bär nach den Worten von Bou-Diab daher einen noch weißen Punkt in der globalen Investment-Landschaft besetzen. Wegen der großen Ungleichgewichte hinsichtlich eines nachhaltigen Wachstums in Afrika setzt die Bank mit ihrem im September 2007 gegründeten Nordafrika-Fonds zu 39 Prozent auf Werte aus Ägypten und zu 35 Prozent auf marokkanische Aktien. Tunesien, Westafrika, Nigeria und andere Länder werden mit einem einstelligen Prozent-Anteil im Fonds berücksichtigt.

Mit Blick auf die im Fonds berücksichtigten Branchen ist die Finanzbranche mit 31 Prozent Schwergewicht, gefolgt von der Telekombranche mit 20 Prozent und der Industriebranche mit 15 Prozent. Zu 14 Prozent ist der Sektor Basic Materials (Grundstoffe) zudem in dem neuen Nischen-Fonds von Julius Bär enthalten.

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