Analyse
Keine Kreditkarten-Blase in den USA zu erkennen

In den USA gibt es nach Einschätzung der Deutschen Bank keine Kreditkarten-Blase. Zwar sei die finanzielle Lage der amerikanischen Haushalte derzeit "äußerst angespannt", schreibt Deutsche Bank-Experte Bernhard Gräf in einer Studie vom Montag.

dpa-afx FRANKFURT. In den USA gibt es nach Einschätzung der Deutschen Bank keine Kreditkarten-Blase. Zwar sei die finanzielle Lage der amerikanischen Haushalte derzeit "äußerst angespannt", schreibt Deutsche Bank-Experte Bernhard Gräf in einer Studie vom Montag. Eine Blase vergleichbar mit derjenigen auf dem US-Hypothekenmarkt - Auslöser der internationalen Finanzkrise - sei aber nicht zu erkennen. Bis zuletzt hatten Experten nach dem Platzen der US-Immobilienblase vor einer ähnlichen Entwicklung auf dem amerikanischen Kreditkartenmarkt gewarnt.

Laut Gräf haben sich die Kreditkartenschulden in den USA seit Anfang 2000 zwar um etwa 360 Mrd. Dollar auf derzeit rund eine Billion Dollar erhöht. Die Hypothekenverschuldung habe sich im gleichen Zeitraum aber auf rund zehn Billionen Dollar mehr als verdoppelt. Darüber hinaus seien die Kreditkartenschulden im Verhältnis zu den Einkommen der privaten Haushalte seit 2000 nicht gestiegen. Vielmehr hätten sie sich in einer konstanten Spanne von 9,0 bis 9,5 Prozent bewegt. Das Verhältnis zwischen Hypothekenschulden und Einkommen habe sich indes um fast 35 Prozent erhöht.

Der Anteil der Kreditkarten mit Zahlungsverzögerungen und Ausfällen habe sich zuletzt auf etwa fünf Prozent der gesamten Kreditkartenschulden erhöht. Eine "Kreditkartenblase" vermag Gräf aber auch in diesen Zahlen nicht zu erkennen. Vielmehr entspreche dieser Anstieg dem "üblichen zyklischen Muster", wenn infolge eines wirtschaftlichen Abschwungs die Arbeitslosigkeit steige. Vermutlich werde die Ausfallquote der Kreditkartenschulden wegen des trüben konjunkturellen Ausblicks im kommenden Jahr weiter zunehmen. Ein historisch überdurchschnittlicher Anstieg der Ausfälle sei aber nicht zu erwarten.

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