Analyse
Krise deckt strukturelle Schwächen der EWU auf – Dekabank

Die Finanzmarktkrise hat nach Einschätzung der Dekabank strukturelle Schwächen der Europäischen Währungsunion (EWU) aufgedeckt.

dpa-afx FRANKFURT. Die Finanzmarktkrise hat nach Einschätzung der Dekabank strukturelle Schwächen der Europäischen Währungsunion (EWU) aufgedeckt. "Die deutlich gestiegenen Zinsdifferenzen innerhalb der EWU reflektieren die Furcht vieler Marktteilnehmer vor Staatsbankrotten und einem Zusammenbruch der Währungsunion", schrieben die Analysten in einer Studie vom Donnerstag. Verschiedene Lösungsansätze wie Hyperinflation, Abwertung oder eine Währungsreform seien keine Lösung für die aktuellen und künftigen Probleme. "Stattdessen sollten die makroökonomischen Ungleichgewichte über eine nachhaltige Finanzpolitik und einer an der Wettbewerbsfähigkeit ausgerichteten Lohnpolitik korrigiert werden."

Extrem unwahrscheinlich sei auch der Austritt einzelner Länder aus der EWU. Mit einem solchen Schritt würde der Dekabank zufolge nicht nur ein Bankrott des entsprechenden Staates sondern auch vieler privater Schuldner und Banken einhergehen. "Dies würde das fragile Finanzsystem Eurolands so stark belasten, dass unkalkulierbare Ansteckungseffekte bei anderen Ländern befürchtet werden müssten", warnen die Analysten. Sollten einzelne Staaten ihre finanziellen Probleme allerdings nicht in den Griff bekommen, rechnen die Experten mit einer europäischen Auffanglösung. Wichtige positive Signale hierfür seien die geschlossene Haltung der Teilnehmer des G-20 Gipfels und die Aufstockung der Mittel des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Ein Freibrief für krisenanfällige Länder ist dies allerdings nicht."

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