Analyse
Kurzfristige Gefahren am Aktienmarkt bleiben hoch

Die kurzfristigen Gefahren am Aktienmarkt bleiben nach Einschätzung des Analysehauses Sentix hoch.

dpa-afx FRANKFURT. Die kurzfristigen Gefahren am Aktienmarkt bleiben nach Einschätzung des Analysehauses Sentix hoch. "Eine Zinssenkung der Fed stellt keine Überraschung dar, zumal die Notenbänker auch über die Wortwahl im Statement für Irritation sorgen könnten", schreibt Analyst Patrick Hussy in einer aktuellen Studie. "Viele Anleger klammern sich an die Hoffnung, dass die Notenbanksitzung der Fomc am Dienstag mit reduzierten Zinsen den Startschuss für die Erholung bringt." 49,8 Prozent der Anleger rechneten mit einer Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte, und 42,2 Prozent gingen sogar von einer Reduzierung um 0,50 Prozentpunkte aus. Doch wenn diesmal die Börsenweisheit nicht greife, dass eine Zinssenkung zur Börsenhausse führt, drohe Gefahr.

Die Anleger versuchen nach Einschätzung des Experten, das Problem der Kreditkrise getrennt von der Gesamtwirtschaft zu betrachten. Ähnlich sei das US-Immobilienmarktproblem Anfang 2007 ebenso als branchenspezifisch abgetan worden wie die erste Hedge-Fonds-Schieflage im März. Doch die Hoffnung, selbst wenn es nun zu einer US-Rezession komme, könnten die emanzipierten Schwellenländer, vor allem China, die Nachfrageausfälle kompensieren, werde durch den Sentix-Konjunkturindex widerlegt.

Dennoch ist Hussy verhalten optimistisch. Idealerweise gehe im Eurostoxx 50 ein Ausverkauf auf ein Niveau zwischen 3 900 und 4 000 Punkten. In der kommenden Schwächephase liege aber auch eine große Chance für Aktien. "Da die fehlende Liquidität das entscheidende Problem für Investoren darstellt, könnte die Aktienanlage trotz der kurzfristig hohen Gefahren der Nutznießer dieser Situation sein", schreibt der Analyst. Da die verfügbaren Gelder vor Inflation und Illiquidität geschützt werden müssten, könnte die Aktie stärker als in den vergangenen Jahren als "Wertaufbewahrungsmittel" wahrgenommen werden, was zu einem "gänzlich anderen Ablauf als 1987" führen würde. Steige der Eurostoxx 50 über 4 330 Punkte, gebe es grünes Licht bis zum alten Höchststand.

Sentix wertet seit 2001 wöchentlich Umfrageergebnisse zur Markteinschätzung unter privaten und institutionellen Investoren im Internet aus.

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