Analyse
LRP senkt Gewinnprognosen für Infineon

Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) senkt nach der angekündigten Belastungen bei Infineon aus der Pleite des Großkunden Benq Mobile die Gewinnschätzungen für den Halbleiter-Hersteller.

dpa-afx MAINZ. Die Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) senkt nach der angekündigten Belastungen bei Infineon aus der Pleite des Großkunden Benq Mobile die Gewinnschätzungen für den Halbleiter-Hersteller. Dies betreffe sowohl das Ende September ausgelaufene Geschäftsjahr als auch das neue Jahr 2006/07, schrieb Analyst Thomas Hofmann am Donnerstag. Er bewertet die Infineon-Aktie der weiter mit "Outperformer" und nennt ein Kursziel 12 Euro.

Hofmann führte mehrere Gründe an, warum er den Titel ungeachtet seiner pessimistischeren Ergebniserwartungen positiv einschätzt. "Neben den bereits veröffentlichten Neukunden (Samsung, LG Electronics) dürften in Zukunft weitere neu akquirierte Projekte folgen, die zunächst allerdings nur die wegfallenden Benq-Umsätze ersetzen", schrieb er. Der taiwanische Elektronikkonzern Benq hatte seine deutsche Tochter Benq Mobile - das ehemalige Handygeschäft von Siemens - Ende September in die Insolvenz geschickt. Am Mittwoch hatte Infineon die Belastungen aus der Pleite konkretisiert. Sie schmälern die Ergebnisse des defizitären Chipbauers stärker als von Analysten angenommen.

Der LRP-Experte nannte weitere Gründe für seine Anlageempfehlung "Outperformer". "Das Management kann auch auf Erfolge in der Com-Sparte verweisen, die Kostenbasis des Segments konnte schon um 100 Mill. Euro gesenkt werden", schrieb er. Außerdem profitiere Infineon von der "extrem guten Ertragssituation" bei Qimonda , die Mitte November an den Zahlen für das Schlussquartal abzulesen sein dürfte. Infineon hatte sein schwankungsanfälliges Geschäft mit Dram-Speicherchips Anfang Mai ausgegliedert, ihm den Namen Qimonda gegeben und die neue Gesellschaft im August teilweise an die New Yorker Börse gebracht.

Für das Schlussquartal 2005/06 (Juli-September) rechnet der LRP-Experte bei Infineon nun mit einen Verlust vor Steuern und Zinsen von fünf Mill. Euro. Bisher hatte Hofmann einen Ebit-Gewinn von 75 Mill. Euro angenommen. Der Quartalsverlust je Aktie dürfte bei 0,07 (bisher +0,03) Euro liegen. "Dementsprechend sinkt auch unsere Prognose für das Gesamtjahr auf minus 80 Mill. Euro (Ebit) beziehungsweise minus 0,39 Euro (EPS)", schrieb er. "Unsere Prognosen für 2006/07 liegen für den Umsatz bei 7,85 (bisher 8,0) Mrd. Euro, für das Ebit bei 60 (90) Mill. Euro und für das EPS bei 0,08 (0,10) Mill. Euro."

Gemäß der Einstufung "Outperformer" geht die LRP davon aus, dass sich die Aktie der Infineon Technologies AG mittelfristig mehr als fünf Prozentpunkte über der Benchmark (Dax 30 ) entwickeln wird.

Analysierendes Institut LRP Research - Landesbank Rheinland-Pfalz.

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