Analyse
Marktturbulenzen dürften EZB nicht beeindrucken

Die jüngsten Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und schwächere US-Konjunkturdaten dürften nach Einschätzung der Bank of America die Europäische Zentralbank (EZB) nicht beeindrucken.

dpa-afx LONDON. Die jüngsten Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten und schwächere US-Konjunkturdaten dürften nach Einschätzung der Bank of America die Europäische Zentralbank (EZB) nicht beeindrucken. Notenbanker hätten seit längerer Zeit davor gewarnt, dass Risiken an den Märken unterbewertet seien, heißt es in einer am Donnerstag von Europa-Chefvolkswirt Holger Schmieding verfassten Studie. Solange die EZB davon ausgehe, dass ihre Zinsen zu niedrig seien, um Preisstabilität zu gewährleisten, werde sie weiter ihre Zinsen anheben.

Nach der Erholung Deutschlands nach einer fünfjährigen Anpassungsphase und dem Ende des Ölschocks, sei die Eurozone weniger anfällig gegen externe Schocks. Generell reagierten Notenbanker weniger aufgeregt als die Finanzmärkte.

Aussichten Bleiben GÜNstig

Trotz des jüngsten Rückgangs der Aktienkurse blieben die Aussichten günstig, schreibt Schmieding. Nach den deutlichen Kursgewinnen des Eurostoxx 50 seit Mitte Juni 2006 dürfte eine Korrektur von rund 4,5 Prozent in dieser Woche nur geringe Auswirkungen auf den Konsum, Investitionen und das Denken von Notenbankern haben. Selbst eine Korrektur von zehn Prozent sollte keine starken Auswirkungen auf harte Konjunkturdaten haben.

Auch die jüngsten mit Enttäuschung aufgenommenen US-Konjunkturdaten dürften laut Schmieding, das Konjunkturbild der EZB kaum verändern. Die seit Jahresbeginn veröffentlichten gemischt ausgefallenen Daten hätten bestätigt, dass die US-Wirtschaft derzeit unter Trend wachse. Dies dürfte die EZB-Notenbanker laut Schmieding aber kaum überraschen. Die Eurozone könne sich von den USA zwar nicht ganz abkoppeln, aber die Exporte in die USA von Waren und Dienstleistungen machten lediglich 3,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukt in der Eurozone aus. Selbst wenn man Effekte auf Drittstaaten berücksichtige dürfte ein Rückgang der US-Nachfrage um zwei Prozent das Wachstum in der Eurozone mit lediglich 0,2 Prozentpunkten belasten.

Die Bank of America bleibt bei ihrer Prognose, dass die EZB die Zinsen im März um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent anheben werde. Nach einer Pause im zweiten Quartal dürfte sie dann vier Prozent Ende 2007 erreichen. Zu Beginn des Jahres 2008 dürfte der Leitzins mit 4,25 Prozent ihren zwischenzeitlichen Gipfel erreichen. Die Konjunktur der Eurozone dürfte zunächst an Dynamik verlieren und danach wieder über ihrem Trendwachstum wachsen.

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