Analyse
Merck Finck skeptisch zu möglichem US-Börsengang von Infineon-Sparte

Merck Finck bewertet einen eventuellen Börsengang der Speicherchip-Sparte von Infineon an der US-Technologiebörse Nasdaq vorsichtig.

dpa-afx MÜNCHEN. Merck Finck bewertet einen eventuellen Börsengang der Speicherchip-Sparte von Infineon an der US-Technologiebörse Nasdaq vorsichtig. "Allgemein gesagt bin ich skeptisch - gestern gab es auch Gerüchte, dass der Börsengang frühestens im Herbst erfolgt", sagte Analyst Theo Kitz am Donnerstag der dpa-AFX. "Auch dann wird in der Branche wohl immer noch mehr hergestellt als nachgefragt werden, was weiter auf die Preise für Dram-Speicherchips drücken dürfte."

An diesem Freitag um 12.00 Uhr informiert der Halbleiterhersteller Infineon über den aktuellen Stand der Ausgliederung. Laut Kreisen soll die Speicherchip-Sparte bereits zum 1. Mai ausgegliedert und in den USA an die Börse gebracht werden. Merck Finck stuft die Infineon-Aktie derzeit mit "Hold" ein und hat als Kursziel 8 Euro.

Inotera Seit BÖRsengang NIE ÜBER Emissionspreis

Analyst Kitz verwies auf den Börsengang des taiwanischen Infineon-Gemeinschaftsunternehmens Inotera am 17. März. "Der Chipbauer Inotera hat seither an Wert verloren und liegt deutlich unter dem Emissionskurs von 33 Taiwan-Dollar je Aktie", betonte der Experte. "Der Preis lag auch noch nie über dem Emissionskurs." Kitz wertet dies als vorläufigen Beweis dafür, dass Anleger derzeit nicht viel Interesse an Speicherchip-Unternehmen haben. "Und dabei ist Inotera in Asien an die Börse gegangen, also in einer sehr technologiefreundlichen Region. In Asien sitzen auch die Anleger, die sich im Chipmarkt am besten auskennen."

"In den USA sitzt mit Micron nur ein großes Dram-Unternehmen", sagte Kitz. "Natürlich ist die Nasdaq ein angesehener Platz für solche Börsengänge. Aber man muss auch an die Kosten denken. Einige deutsche Unternehmen denken ja aus Kostengründen über einen Rückzug von der US-Börse nach." Er würde zwar so ein Listing in den USA nicht wagen, sagte der Merck-Finck-Analyst. "Ich halte es aber für sehr wahrscheinlich, dass Infineon seine Sparte in den USA an die Börse bringt, da die Nasdaq der angesehenste Markt für Hightech-Unternehmen ist."

'BÖRsengang Nicht Unbedingt DIE Beste LÖSung'

Allerdings müsse ein Börsengang nicht unbedingt die beste Lösung sein, sagte Kitz. Infineon hatte einen solchen Schritt mehrfach als die bevorzugte Option für die Dram-Sparte bezeichnet. "Wenn der Dram-Markt wieder anzieht, könnte Infineon einen größeren Erlös erzielen", betonte der Analyst. "Wenn Infineon sich schnell von der Sparte trennen will, dann wäre ein Spin-Off meiner Meinung nach die bessere Lösung." Das käme Infineon laut Kitz wohl auch günstiger als ein Börsengang. Als Spin-off wird die Ausgliederung eines Unternehmensteils bezeichnet, bei der eine Firma neu gegründet wird. Als Ausgleich erhalten die Aktionäre der bestehenden Gesellschaft Anteile der neuen Firma oder Bezugsrechte auf deren Anteile.

Die Trennung von der Dram-Sparte, die etwa 40 Prozent zu den Konzernerlösen beisteuert, hat aus Sicht von Kitz vorerst keine Auswirkungen für den Verbleib von Infineon im Dax . "Die Aktienzahl von Infineon und damit auch die Marktkapitalisierung würden gleich bleiben", sagte der Analyst. "Der Indexverbleib hängt von den Gewinnaussichten ab. Diese würden nach einer Abspaltung voraussichtlich tendenziell besser werden, was den Kurs beflügeln dürfte."

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