Analyse
Merrill rät von Finanzwerten ab

Die Analysten von Merrill Lynch raten nach dem Scheitern des US-Rettungspakets weiter von einem Engagement in Finanztitel ab.

dpa-afx LONDON. Die Analysten von Merrill Lynch raten nach dem Scheitern des US-Rettungspakets weiter von einem Engagement in Finanztitel ab. "Wir empfehlen die Untergewichtung solcher Titel und machen uns dabei besonders Sorgen um kleinere Finanzwerte", schrieb Analyst Richard Bernstein in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Bernstein sieht zudem in der hohen Schwankungsanfälligkeit der Märkte einen Indikator für einen Führungswechsel. "Es ist unwahrscheinlich, dass die alte Führerschaft von Schwellenländern, Rohstoffen, Energie, Immobilien, Hedgefonds und fremdfinanzierten privaten Beteiligungsgesellschaften so rasch wieder in den Vordergrund rücken wird." Vielmehr seien die Strategien bei Merrill Lynch inzwischen ausgerichtet auf eine weniger kreditsensitive Führerschaft von Wertpapieren und Märkten. "Wir mögen Staatsanleihen und Anleihen von hoher Qualität, die Konsumgüterbranche und die Gesundheits- und Pharmabranche sowie Entwickelte Märkte." Vor allem die Staatsanleihen lobte der Experte und meinte, dass sie in diesem Jahr wohl die beste Vermögensklasse sein dürften. "Die weltweit beste Vermögensanlage bleibt die weltweit beste Vermögensanlage."

Mit Blick auf das gescheiterte 700 Mrd. Dollar schwere Rettungspaket geht der Experte davon aus, dass nun nachfolgende und überarbeitete Versionen nicht mehr so aktionärsfreundlich gestaltet sein dürften wie die ursprüngliche Fassung. Aus politischer Sicht seien die Auswirkungen des Scheiterns klar: der demokratische Kandidat Barack Obama dürfte eher profitieren als sein republikanischer Konkurrent John Mccain.

Aus Anlegersicht seien die Konsequenzen nicht so deutlich. Investoren mit großen Vermögen sind laut Bernstein zu besorgt gewesen über die Inflation und scheinen noch nicht auf die im kommenden Jahr anstehenden Steuererhöhungen vorbereitet zu sein.

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