Analyse
Mittal muss Arcelor-Angebot kräftig anheben

Das Angebot des britisch-indischen Unternehmers Lakshmi Mittal Steel für den Luxemburger Stahlkonzern Arcelor ist nach Ansicht von Stahlanalyst Michael Broeker deutlich zu niedrig.

dpa-afx FRANKFURT/LUXEMBURG. Das Angebot des britisch-indischen Unternehmers Lakshmi Mittal Steel für den Luxemburger Stahlkonzern Arcelor ist nach Ansicht von Stahlanalyst Michael Broeker deutlich zu niedrig. Mittal müsse von seinen 28,21 Euro je Aktie auf bis zu 40 Euro je Aktie hochgehen, wenn er bereitwillige Aktionäre finden wolle, sagte Broeker vom Wertpapierdienstleister Steubing AG am Montag in Frankfurt.

Nur mit einer "substanziellen Nachbesserung" des Angebots könnten die Unterschiede der Mittal- Gruppe und Arcelor in der Qualität der Werke ausgeglichen werden. In einer Reihe von Mittals Werken in Osteuropa stehen nach Angaben von Broeker umfassende Restrukturierungen an. "Diese hat Arcelor bereits hinter sich", sagte er. Die Produktionsleistung von Mittals Werk etwa in Kasachstan liege deutlich unter europäischen Durchschnitt, während die Arcelor-Werke in Brasilien darüber lägen. Broeker hatte im Herbst mehrere Mittal-Werke in Osteuropa und Arcelor-Standorte in Brasilien besucht. "Zwischen den Werken liegen Welten", sagte Broeker.

Nach Ansicht des Branchenkenners wird Arcelor im Rahmen seiner Abwehrstrategie nun die eigenen Aktionäre "über die fundamentalen Unterschiede" der Konzerne eingehend informieren. Statt auf einen "weißen Ritter" von außen zu setzen, werde das weltweit zweitgrößte Stahlunternehmen versuchen, eine Front aus mehreren kleinen Aktionären aufzubauen, sagte Broeker.

Er geht davon aus, dass die Übernahmeschlacht zwei bis drei Monate andauern wird. "Mittal hat sich weit aus dem Fenster gelehnt, er wird nicht so schnell aufgeben", sagte der Analyst. Der Geschäftsmann habe sich bereits grundsätzlich zu einer Nachbesserung des Angebots bereit erklärt.

Grundsätzlich bewerte der Kapitalmarkt europäische Stahlhersteller noch zu niedrig, sagte Broeker. Deren Ertragssituation sei inzwischen deutlich besser als früher, doch sei dies noch nicht überall wahrgenommen worden. "Da ist noch ein Lernprozess des Kapitalmarktes erforderlich."

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