Analyse
Morgan Stanley gibt „Triple Sell“-Warnung für Aktien aus

dpa-afx LONDON. Morgan Stanley hat eine so genannte "Triple Sell"-Warnung für Aktien ausgegeben. Alle drei Schlüsselindikatoren hätten zum ersten Mal seit dem Platzen der Internetblase Verkaufssignale gegeben, zitiert der "Telegraph" die Investmentbank am Mittwoch. Insgesamt sei dieses sehr starke Signal erst fünfmal seit 1980 ausgelöst worden, sagte Teun Draaisma, Aktienstratege für Europa bei Morgan Stanley. "Unser Modell sagt eine Korrektur von 14 Prozent in den kommenden sechs Monaten voraus - es könnte aber auch ernster werden", so der Experte.

Die Zinsen stiegen weiter an und hätten kritische Niveaus erreicht - das sei wichtiger für die Aktienmärkte als das Wirtschaftswachstum. Daher gehe Morgan Stanley davon aus, dass der mittelfristige Aufwärtszyklus vorbei ist. Der Msci-Index für 600 europäische und britische Werte sei bislang im Schnitt nach jeder dieser "Full House"-Verkaufssignale um rund 15,2 Prozent gefallen, so Draaisma. Teilweise habe es aber auch Verluste von mehr als 25 Prozent gegeben.

Die drei Schlüsselindikatoren beziehen sich zum einen auf eine Bewertung der Aktien, wobei das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) in Relation zu Anleihenrenditen gesetzt werde. Für die beiden übrigen Kennzahlen würden sowohl das Wirtschaftswachstum und die Inflation als auch die Risikobereitschaft der Anleger herangezogen. Derzeit würden sich Anleger zu sehr auf der hohen weltweiten Liquidität ausruhen. Die Märkte kehrten aber immer zu einer fundamentalen Bewertung zurück - daher könnte es ein "böses Erwachen" geben.

Auslöser für eine Korrektur gebe es viele. "Zum Beispiel könnte die Bank of Japan die Zinsen anheben", so der Experte. Morgan Stanley prognostiziere allerdings keine Rezession, da in einer Korrektur sinkende Renditen bei den Anleihen als eine Art automatischer Stabilisator für die Weltwirtschaft fungierten. Wenn der Aktienmarkt die jüngste "Maßlosigkeit" abgeschüttelt habe, könne es wieder nach oben gehen.

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