Analyse
Notenbanken müssen Maßnahmen verstärken - Kritik an Fed

Mailand (dpa-AFX) -Angesichts der anhaltenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten sollten die Notenbanken nach Einschätzung der Unicredit ihre Maßnahmen zur Beruhigung der Lage verstärken.

Mailand (dpa-AFX) -Angesichts der anhaltenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten sollten die Notenbanken nach Einschätzung der Unicredit ihre Maßnahmen zur Beruhigung der Lage verstärken. Zwar seien Leitzinssenkungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht angezeigt, schreibt Unicrecit-Chefvolkswirt Marco Annunziata in einer Studie vom Freitag. Allerdings müssten die Notenbanken die Marktteilnehmer mit mehr Informationen versorgen, um somit die Unsicherheit der Investoren zu mildern. Zugleich sollten die Laufzeiten der Liquiditätsspritzen erhöht werden, um die Finanzmärkte zu stabilisieren.

Die Lage an den Finanzmärkten ist laut Annunziata vor allem durch die Angst vor einer Kreditklemme gekennzeichnet, was zu panischen und unüberlegten Verkäufen von Vermögenswerten führe. Von einer "Neueinschätzung von Risiken", wie große Notenbanken die jüngsten Turbulenzen bezeichnet hatten, könne nicht mehr die Rede sein. Vielmehr führe die anhaltende Unsicherheit zu einem Wertverfall von Vermögenswerten, die durch Fundamentaldaten nicht zu rechtfertigen sei. Auch das Funktionieren der Finanzmärkte sei einem deutlichen Risiko ausgesetzt.

Informationen und LÄNgerfristige LiquiditÄT Erforderlich

Die Zentralbanken fordert Annunziata zum einen dazu auf, der Finanzmärkten mehr Informationen zur Verfügung zu stellen. Kritik übt der Chefökonom dabei vor allem an der US-Notenbank (Fed). "In dieser Hinsicht hat die Fed bislang enttäuscht." So seien jüngste Äußerungen des Notenbankpräsidenten von St. Louis, Bill Poole, "nicht hilfreich" gewesen. Poole hatte unter anderem gesagt, dass von den Finanzmarktturbulenzen angesichts robuster Fundamentaldaten derzeit keine Gefahr für die US-Konjunktur ausgehe. "Dieses Mal kommt es auf Fundamentaldaten aber nicht an", kritisiert Annunziata.

Daneben plädiert der Chefökonom für eine Ausweitung der Laufzeiten der von den Notenbanken zur Verfügung gestellten Liquidität. Zwar seien die Maßnahmen der Notenbanken insoweit zu begrüßen, als sie schnell kurzfristige Liquidität zur Verfügung gestellt hätten. Mittlerweile habe sich aber herausgestellt, dass die Liquiditätsengpässe von längerer Dauer seien. Der Schritt der Fed vom Donnerstag, fünf Mrd. Dollar für 14 Tage zur Verfügung zu stellen, sei dabei ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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