Analyse: Postbank: 2008 Rekord bei Energieausgaben für Verbraucher wahrscheinlich

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Postbank: 2008 Rekord bei Energieausgaben für Verbraucher wahrscheinlich

Die Energieausgaben der deutschen Haushalte dürften nach Einschätzung der Postbank im laufenden Jahr einen neuen Rekordstand erreichen.

dpa-afx BONN. Die Energieausgaben der deutschen Haushalte dürften nach Einschätzung der Postbank im laufenden Jahr einen neuen Rekordstand erreichen. "Wenn das Jahr 2008 sich klimatisch durchschnittlich entwickelt, müssen die Verbraucher mit Energiekosten von rund 106 Mrd. Euro rechnen", sagte Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel laut einer am Mittwoch in Bonn veröffentlichten Studie. Das wäre ein neuer Rekord und rund sechs Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Hierfür sprächen neben einem wetterbedingt höheren realen Verbrauch von Erdgas und Heizöl insbesondere weiter steigende Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr.

Im vergangenen Jahr mussten die deutschen Verbraucher für Energie bereits tief in die Tasche greifen. Sie gaben gut 100 Mrd. Euro für Energie aus und damit vier Prozent weniger als im Jahr 2006. Der Rückgang ist laut Postbank auf den geringeren Heizverbrauch im milden Winter Anfang 2007 zurückzuführen. Energiekosten belasteten die Konsumausgaben der Haushalte in Deutschland 2007 mit einem Anteil von über sieben Prozent.

Abwertung DES Euro KÖNnte ZUSÄTzlich Belasten

Eine grundlegende Entspannung zeichnet sich unterdessen nicht ab. So sei beim Ölpreis zwar nicht mehr mit einem signifikanten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr zu rechnen, sagte Bargel. Das spreche zumindest bei Kraftstoffen und Heizöl tendenziell für stabile Preise. Zu einer Belastung für die Verbraucher könnte aber die von der Postbank erwartete Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar werden. "Die Preissteigerungen bei Mineralölprodukten in den letzten Jahren sind im Euroraum nur deshalb nicht noch dramatischer ausgefallen, weil die Aufwertung des Euro den Preisanstieg der in Dollar notierten Rohstoffe teilweise kompensiert hat", sagte Bargel. Dieser Zusammenhang dürfte sich dem Experten zufolge in diesem Jahr umkehren. Damit könnten die von Verbrauchern in Euro gezahlten Preise trotz stabiler Rohölpreise steigen.

Aufgrund der starken Zunahme der Rohölpreise im Vorjahr sei 2008 außerdem mit höheren Erdgaspreisen zu rechnen, da diese der Entwicklung am Markt für Rohöl meist mit einem zeitlichen Abstand von etwa einem halben Jahr folgten. Höhere Belastungen seien für die Verbraucher 2008 vor allem bei Strom zu erwarten. So seien die Strompreise zum Jahresbeginn im Durchschnitt um sieben Prozent gestiegen und damit sogar noch stärker als Anfang 2007 im Gefolge der Mehrwertsteuererhöhung. Bei Heizöl dürfte sich der aufgrund des sehr milden Winters und einer komfortablen Vorratssituation zu beobachtende Preisrückgang im Vorjahr nicht wiederholen. Im Durchschnitt dürften die Preise 2008 zum Vorjahr wieder steigen.

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