Analyse
Postbank als nächstes Ziel hochinteressant

Nachdem der Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank nun in trockenen Tüchern ist, richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes nun auf den nächsten heißen Übernahmekandidaten auf dem deutschen Bankenmarkt - die Postbank .

dpa-afx FRANKFURT. Nachdem der Verkauf der Dresdner Bank an die Commerzbank nun in trockenen Tüchern ist, richtet sich die Aufmerksamkeit des Marktes nun auf den nächsten heißen Übernahmekandidaten auf dem deutschen Bankenmarkt - die Postbank . "Die Postbank ist mit Sicherheit ein hochinteressantes Ziel, aber der Zeitpunkt für eine Übernahme ist denkbar schlecht", sagte Analyst Georg Kanders von der WestLB. "Wenn die Post klug ist, wird sie ihre Verkaufspläne nach hinten schieben". Derzeit müsse einfach abgewartet werden, bis sich die Märkte erholen. Ohne großen Aufwand könne niemand - auch nicht die bestimmt interessierte Deutsche Bank - eine Übernahme stemmen.

Auch Robert Halver von der Baader Bank hält derzeit einen Verkauf der Postbank für unwahrscheinlich. "Vor der nächsten Bundestagswahl wird eher nichts passieren", sagte der Experte. Bei einer Übernahme der Postbank würden erneut Arbeitsplätze abgebaut - vor einer Wahl tue so etwas besonders weh. "Zudem ist der Kurs der Postbank-Aktie derzeit zu niedrig. Der Staat ist über die KfW an der Post beteiligt und zuletzt wurde bereits die IKB Deutsche Industriebank zu einem Niedrigpreis verkauft. Das wird man nicht noch einmal wollen", so Halver. Derzeit brenne bei der Postbank nichts an und Halver geht davon aus, dass erst einmal die Fusion Commerzbank/Dresdner Bank durchgeführt werde, bevor sich die Bankenwelt einem neuen Ziel zuwende.

Ein mögliches Interesse der China Development Bank, die nach den gescheiterten Übernahmeplänen der Dresdner Bank nun die nötigen Finanzmittel übrig habe, wurde am Markt allerdings ausgeschlossen. Die Postbank sei unter anderem für einen Einstieg in den deutschen Markt denkbar ungeeignet. "Es fehlt an Beratungsmöglichkeiten und dem Investmentbanking. Die Postbank ist eher für jemanden geeignet, der bereits in Deutschland etabliert ist und weitere Kunden gewinnen will", sagte ein Händler. Zudem habe man bei der Entscheidung um die Dresdner Bank gesehen, dass politische Aspekte eine große Rolle spielen - das dürfte bei der Postbank noch verstärkt in den Vordergrund rücken.

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