Analyse
Sal.Oppenheim lässt Infineon nach Zahlen auf 'Neutral'

Sal.Oppenheim belässt die Aktie des defizitären Halbleiter-Herstellers Infineon nach Quartalszahlen auf "Neutral".

dpa-afx FRANKFURT. Sal.Oppenheim belässt die Aktie des defizitären Halbleiter-Herstellers Infineon nach Quartalszahlen auf "Neutral". Auch wenn der geplante Börsengang von Infineons neuem Speicherchip-Spezialisten Qimonda erfolgreich verlaufen werde, leide Infineons Kerngeschäft weiterhin unter Strukturproblemen in der verlustreichen Kommunikationssparte (Com), schrieb Analyst Jürgen Wagner am Montag.

Am Freitag hatte Infineon mit seinen Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 2005/06 (Ende September) die Markterwartungen verfehlt. Die Com-Sparte habe im Berichtsquartal vor Sonderkosten einen Verlust von 45 Mill. Euro verbucht - das Negativ-Highlight des Jahresviertels, schrieb Wagner. Das bestätige erneut, dass Infineon Wettbewerbern im wichtigen Markt für drahtlose Lösungen deutlich hinterher hinke.

Infineon müsse für seine Com-Produkte noch mehr Kunden aus der Handybranche gewinnen. Com werde wohl noch bis Ende 2007 Verluste machen, was die Gewinne in der hochprofitablen Sparte Automobil-, Industrieelektronik und Multimarket (AIM) zum großen Teil aufzehre. Infineon leidet unter dem sinkenden Marktanteil der taiwanischen Benq, die vergangenen Herbst die defizitäre Handysparte von Siemens übernommen hatte.

"Wir glauben daher, dass das Unternehmen noch nicht attraktiv für Investoren ist, auch wenn das Geschäft mit Dram-Speicherchips abgestoßen wird", schrieb der Sal.Oppenheim-Experte. Es sei fraglich, ob die Preisspanne, die Infineon für sein Dram-Unternehmen Qimonda genannt habe, viel Interesse bei Anlegern auslöse. Denn der Markt für Personal Computer (PC) sei derzeit schwach. Drams werden in PCs eingebaut. Sal.Oppenheim halte daher weiter an der Einstufung "Neutral" für die Infineon-Aktie fest.

Im dritten Geschäftsquartal profitierte Qimonda von den starken Preistrends bei Dram-Speichern. Die Höhe des operativen Gewinns nannte Wagner "eine positive Überraschung". Die Kostenseite habe sich aber nicht wesentlich verbessert. "Daher werden die Profitabilitäts-Verbesserungen von Qimonda weiter hinter den Dram-Konkurrenten liegen, was kein beruhigendes Zeichen für den geplanten Börsengang in der zweiten Augustwoche ist", schrieb der Analyst.

Gemäß der Einstufung "Neutral" geht Sal. Oppenheim davon aus, dass die im Dax notierte Infineon-Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten um bis zu zehn Prozent zulegen wird.

Analysierendes Institut Sal. Oppenheim.

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