Analyse
Studie: Schweizer Banken am stärksten von Hypothekenkrise betroffen

Schweizer Großbanken sind laut einer Studie der Commerzbank am stärksten von der US-Hypothekenkrise betroffen. Zwar lägen amerikanische Großbanken bei dem absoluten Wert der Abschreibungen an erster Stelle, schreibt Commerzbank-Experte Peter Dixon in einer am Freitag veröffentlichten Analyse.

dpa-afx FRANKFURT. Schweizer Großbanken sind laut einer Studie der Commerzbank am stärksten von der US-Hypothekenkrise betroffen. Zwar lägen amerikanische Großbanken bei dem absoluten Wert der Abschreibungen an erster Stelle, schreibt Commerzbank-Experte Peter Dixon in einer am Freitag veröffentlichten Analyse. Im Verhältnis zur Größe der jeweiligen Institute, den Dixon am Buchwert der Banken misst, lägen indes Institute aus der Schweiz an erster Stelle. Schweizer Großbanken haben demnach infolge der Hypothekenkrise etwa 40 Prozent ihres Buchwerts abschreiben müssen, während sich für deutsche und amerikanische Institute Quoten von 15 bis 20 Prozent ergeben.

Nach der absoluten Höhe der Abschreibungen rangieren nach den USA (47 Prozent aller Abschreibungen) Banken aus der Schweiz (17 Prozent) und Deutschland (15 Prozent) auf den nachfolgenden Positionen. Mit Blick auf die Größe der betroffenen Banken nach Maßgabe des Buchwerts (Differenz zwischen Unternehmensvermögen und Verbindlichkeiten) liegen die drei Erstpositionieren Länder Schweiz, Deutschland und USA über dem weltweiten Durchschnitt der Abschreibung von knapp 15 Prozent. Die Verluste des britischen Bankensektors halten sich laut Dixon mit unter fünf Prozent bislang in Grenzen. Dies könne sich aber bei einem Abschwung des britischen Immobilienmarkts schnell ändern, warnt der Experte.

Seit dem Ausbruch der US-Hypothekenkrise im Sommer 2007 haben die größten Banken der Welt laut Commerzbank Verlustrückstellungen von insgesamt neun Prozent ihres damaligen Unternehmenswerts vornehmen müssen. Die Abschreibungen beliefen sich derzeit auf insgesamt rund 270 Mrd. Dollar. Da das gesamte Abschreibungsvolumen aus der Hypothekenkrise voraussichtlich zwischen 400 bis 500 Mrd. Dollar liegen dürfte, sollte nunmehr "die halbe Wegstrecke" des Abschreibungsbedarfs absolviert sein, schätzt Dixon.

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