Aktien
Analyse Union Investment: Aktien profitierten 2011 von der Konjunkturerholung

Die globale Konjunktur dürfte laut den Experten von Union Investment im Jahr 2011 weiter zulegen.

dpa-afx FRANKFURT. Die globale Konjunktur dürfte laut den Experten von Union Investment im Jahr 2011 weiter zulegen. "Dank der milliardenschweren Konjunkturprogramme und der lockeren Geldpolitik der Notenbanken wächst die Weltwirtschaft wieder aus eigener Kraft", sagte Fachmann Jens Wilhelm am Donnerstag in Frankfurt. Der Experte ist bei der Fondsgesellschaft für das Portfoliomanagement zuständig. Positives Überraschungspotenzial sieht er vor allem in den USA, wo es Anzeichen für eine erneute Beschleunigung der Konjunkturerholung gebe: "Die US-Notenbank zieht zur Zeit alle Register, um die Wachstumsschwäche zu bekämpfen." Zudem erwartet Wilhelm eine Verlängerung der 2010 auslaufenden Steuererleichterungen - der so genannten Bush Tax -, wodurch auch der private Konsum gestärkt würde.

Außer Frage steht für Wilhelm, dass Deutschland im kommenden Jahr die Konjunkturlokomotive in Europa bleibt. Dafür spreche neben der Exportstärke vor allem die überraschend starke Konsumbereitschaft der Privathaushalte. Die Wachstumsdifferenzen innerhalb Europas aber würden in den kommenden Monaten nochmals zunehmen. "Die harten Sparprogramme in den Peripheriestaaten werden die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone insgesamt belasten", sagte der Experte.

Überdurchschnittliches Wachstum erwartet Wilhelm weiterhin in den Schwellenländern: "Die Schere geht weiter auf, weil die strukturellen Rahmendaten der Emerging Markets denen der etablierten Volkswirtschaften überlegen bleiben." China und Indien profitierten auch im kommenden Jahr von hohen Anlageinvestitionen und dem privaten Konsum. "Allerdings hat das starke Wachstum auch seinen Preis", fügte er einschränkend hinzu. "Gerade in diesen Ländern zeichnet sich bereits ein deutlicher Anstieg der Inflationsrisiken über steigende Nahrungsmittelpreise ab." Die Notenbanken müssten daher gegensteuern, wobei die Gefahr bestehe, das Wachstum zu bremsen.

In den Industriestaaten wird Wilhelm zufolge bereits im Frühjahr 2011 der mehrjährige Trend zu immer niedrigerer Inflation auslaufen, was im Wesentlichen auf den sich wieder verstärkenden Konjunkturaufschwung zurückzuführen sei. "Die Marktteilnehmer werden mit großer Sensibilität auf die Entwicklung der Inflationserwartungen achten", meinte der Fachmann. Wenn diese anzögen, könne es sehr schnell zu höheren Schwankungen an den Kapitalmärkten kommen.

Der Druck auf die Notenbanken, die Zinsen zu erhöhen, würde dann im Zuge dieser steigenden Inflationserwartungen stark zunehmen. Wilhelm erwartet erste Schritte zur Straffung der Geldpolitik ab Spätsommer 2011. Dabei könne es sein, dass die Europäische Zentralbank sogar vor der US-Notenbank die Zinsen anheben werde. Damit werde die Notenbankpolitik zur Achillesverse der Konjunkturentwicklung. Es sei daher wichtig, dass "der Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik sehr vorsichtig erfolgt, um den Konjunkturaufschwung nicht abzuwürgen".

Aktuell jedoch werden nach Wilhelms Einschätzung vor allem Aktien von der fortgesetzten Konjunkturerholung profitieren: "Bis ins Frühjahr rechnen wir mit deutlichen Kurszuwächsen, getrieben durch das Gewinnwachstum der Unternehmen. Dann wird der Aufschwung etwas abflachen." Auf Jahressicht erwartet er einen durchschnittlichen Kurszuwachs von gut acht Prozent. Für Aktien sprächen das starke Wirtschaftswachstum, steigende Unternehmensgewinne, gesunde Bilanzen und günstige Bewertungen. "Das Risiko der Aktienanlage wird so gut entlohnt wie seit 20 Jahren nicht mehr", sagte Wilhelm. Allerdings müssten dafür Marktschwankungen in Kauf genommen werden.

Aufholchancen sieht er bei europäischen Aktien, die angesichts der Krise einiger Staaten der europäischen Peripherie im Jahr 2010 gegen den globalen Trend verloren hätten. Unter den Sektoren favorisiert er zyklische Industrien, Finanzdienstleister und Konsumwerte. Für besonders attraktiv hält Wilhelm die Dividendentitel, da die hohen Kassenbestände der Unternehmen auch im nächsten Jahr hohe Ausschüttungen an die Aktionäre erwarten ließen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%