Aktien
Analyse Union Investment: Diversifikation funktionierte auch während der Krise

Diversifikation als Instrument der Risikosteuerung hat auch während der Finanzmarktkrise funktioniert. Dies ist das Ergebnis einer am Montag in Frankfurt veröffentlichten Studie der WHU – Otto Beisheim School of Management im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment.

dpa-afx FRANKFURT. Diversifikation als Instrument der Risikosteuerung hat auch während der Finanzmarktkrise funktioniert. Dies ist das Ergebnis einer am Montag in Frankfurt veröffentlichten Studie der WHU - Otto Beisheim School of Management im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment. Unter dem Begriff Diversifikation wird allgemein die Verteilung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen verstanden.

"Aus unserer Sicht war auch während der Finanzmarktkrise der Nutzen der Diversifikation gegeben", meinte Professor Lutz Johanning von der WHU. Die Diversifikationswirkung habe sich insbesondere aufgrund der Korrelationen (Ausmaß des Gleichlaufs der Renditen) und Volatilitäten (Schwankungsbreiten) der einzelnen Anlageklassen ergeben.

In der Studie untersuchten die WHU-Experten, wie sich die Korrelationen und Volatilitäten der verschiedenen Anlageklassen in den Krisenjahren 2007 bis 2009 verhalten haben und wie sich diese Parameter relativ zu den Vorjahreswerten verschoben haben. "Im Ergebnis haben sich zwar Änderungen der einzelnen Parameter gezeigt", sagten die Fachleute. "Die relativen Verhältnisse aber sind weitgehend stabil geblieben." Insbesondere Staatsanleihen aus den USA, Europa und Japan hätten während der Finanzmarktkrise ein hohes Diversifikationspotentia l entfaltet.

Im Rahmen der Studie befragte die WHU zudem insgesamt 83 institutionelle Anleger wie Banken, Pensionskassen, Versicherungen oder Stiftungen nach der Anzahl der eingesetzten Anlageklassen. 27 Prozent der Befragten gaben an, für ihre Kapitalanlage maximal ein bis zwei Anlageklassen zu nutzen. 35 Prozent wiesen einen mittleren Diversifikationsgrad von drei Anlageklassen auf, während 17 Prozent der Großanleger vier Anlageklassen einsetzten. Lediglich 19 Prozent der Investoren verfügten über ein sehr gut diversifiziertes Portfolio mit fünf oder sechs Anlageklassen.

"Der hier erkennbare mäßige Streuungsgrad der Kapitalanlage lässt die Annahme zu, dass einige Investoren in Sachen Diversifikation nicht ihren Risikopräferenzen entsprechend investiert sind", meinte Alexander Schindler, der im Vorstand von Union Investment das Geschäft mit institutionellen Kunden verantwortet. "Die aktuell festzustellende hohe Risikoaversion hätte vermuten lassen, dass die Diversifikation als Instrument des Risikomanagements deutlich stärker von den Investoren genutzt wird."

Professor Johanning von der WHU ergänzte: "Einige Anleger scheinen sich offenbar ihres niedrigen Diversifikationsgrades nicht bewusst zu sein." Andererseits könne das Ergebnis aber auch als Beleg dafür gesehen werden, dass Investoren oftmals nachgelagerte Diversifikations-Strategien wie die Auswahl unterschiedlicher Regionen und Länder, die Einzeltitelselektion oder die Auswahl unterschiedlicher Investmentkonzepte und Fondsmanager zum Einsatz brächten. "Im Gegensatz zur Hauptebene der Anlageklassen sind bei diesen Unterebenen die Diversifikationseffekte für das Rendite-Risikoprofil des Gesamtportfolios allerdings nicht so ausgeprägt", erläuterte Johanning.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%