Analyse
US-Notenbank lässt sich von den Finanzmärkten treiben

Die US-Notenbank lässt sich nach Einschätzung von Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel von den Finanzmärkten treiben.

dpa-afx FRANKFURT. Die US-Notenbank lässt sich nach Einschätzung von Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel von den Finanzmärkten treiben. "Angesichts der realwirtschaftlichen Lage in den USA sind die starken Zinssenkungen der US-Notenbank übertrieben", sagte Bargel der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag. "Die Fed bringt so nur zusätzliche Volatilität in den Markt." Die sehr expansive Geldpolitik sei nicht dazu geeignet, die Lage zu beruhigen. "Es besteht die Gefahr einer Dauerüberhitzung der US-Konjunktur." So hätten die energischen Zinssenkungen unter dem früheren Notenbankchef Alan Greenspan zur gegenwärtigen Immobilienmarktkrise beigetragen.

"Insgesamt sind die Maßnahmen in den USA zur Konjunkturstabilisierung in der Summe übertrieben", sagte Bargel. Neben den niedrigen Zinsen wirkten auch das zuletzt angestoßene Konjunkturpaket der US-Regierung sowie der schwache Dollar stimulierend. Es bestehe so die Gefahr, dass erneut Blasen entstünden wie derzeit am Häusermarkt. Der Postbank-Chefvolkswirt sieht auch keinen großen Unterschied zwischen der Geldpolitik von Bernanke und seinem Vorgänger Greenspan. Im Gegenteil: "Bernanke hat noch rascher mit Zinssenkungen reagiert, um die Finanzmärkte zu stabilisieren."

Die US-Wirtschaft wird laut Bargel zwar schwach in das laufende Jahr starten, jedoch um eine Rezession herumkommen. "Nach zwei sehr schwachen Quartalen zu Jahresbeginn wird sich die US-Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte wieder beschleunigen. Die konjunkturelle Entwicklung in den USA ist in der Vergangenheit oft unterschätzt worden." Der US-Verbraucher konsumiere "auf Teufel komm raus". Für das Gesamtjahr erwartet Bargel ein Wirtschaftswachstum von rund 2,2 Prozent.

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