Analyse
US-Rettungsplan für Banken wird für Steuerzahler teuer

Dem US-Steuerzahler droht nach Einschätzung der Commerzbank durch die nun geplante große Auffanglösung für die Banken eine erhebliche Rechnung.

dpa-afx FRANKFURT. Dem US-Steuerzahler droht nach Einschätzung der Commerzbank durch die nun geplante große Auffanglösung für die Banken eine erhebliche Rechnung. "Der US-Finanzminister holt zum großen Schlag aus, um die Eskalation der Finanzmarktkrise zu stoppen", schreibt Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Dies könnte für den Steuerzahler teuer werden. Schätzungen für die Kosten der Stützung des japanischen Bankensystems in den 90er Jahren lägen bei bis zu 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP); sechs Prozent des US-BIP entsprächen etwa 850 Mrd. Dollar.

Gleichwohl sei eine Alternative zu dem vorgelegten Programm nicht auszumachen. "Einmal mehr ist damit das geringere Übel gewählt worden", betonte Weidensteiner. Ein Zuwarten und eine damit verbundene Verschärfung der Krise könnte den Steuerzahler noch viel teurer kommen. Der Staat plane offenbar, den Banken ihre problematischen Vermögenswerte abzukaufen. Damit würde die Bilanzbereinigung bei den Banken deutlich beschleunigt werden. Der Staat werde damit aber auch der Risikonehmer der letzten Instand.

Die Details des Planes müssten zwar noch ausgearbeitet werden. Es zeichne sich bei den Grundlinien allerdings ab, dass ein Mechanismus eingerichtet werde, durch den die Banken die "schlechten" Vermögenswerte abgenommen würden. Zudem werde die Einrichtung einer Art Einlagensicherung für die Geldmarktfonds überlegt. Die erwogenen Auffanglösung zeige gewisse Parallelen zum Handeln Anfang der 90er Jahre bei der Stützung der Sparkassen. Während damals allerdings ganze Institute abgewickelt wurden, beschränke sich die gegenwärtig diskutierte Lösung auf den Aufkauf von Vermögenswerten von Banken.

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