Analyse
USA 2007 nicht mehr Lokomotive der Weltwirtschaft

Das Wachstum der Weltwirtschaft wird sich nach Einschätzung der Deutschen Bank im kommenden Jahr etwas abschwächen - das Investitionsumfeld bleibt allerdings positiv.

dpa-afx FRANKFURT. Das Wachstum der Weltwirtschaft wird sich nach Einschätzung der Deutschen Bank im kommenden Jahr etwas abschwächen - das Investitionsumfeld bleibt allerdings positiv. "Die USA werden ihre Rolle als Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft nach und nach verlieren", sagte Klaus Martini, Global Chief Investment Officer für Privatkunden der Deutschen Bank am Montag im Rahmen des Kapitalmarktausblicks für 2007. "China und Indien als Wachstumszentren in den Emerging Markets führen trotz der erwarteten Konjunkturabkühlung in den USA zu einer stabilen Weltwirtschaft", erklärt Martini.

Die Aktienmärkte dürften trotz einer bereits guten Entwicklung weiteres Aufwärtspotenzial haben. "Euroland wurde in diesem Jahr etwas unterschätzt", räumte der Deutsche Bank-Experte ein. Das Ziel für den Dax setzt Martini für 2007 auf 7 050 Punkte. "Das Risiko ist allerdings, dass an den Märkten derzeit eine gewisse Sorglosigkeit herrscht. Wenn alle das Gleiche erwarten, kommt es garantiert anders." Die Volatilität sei relativ gering, das dürfte sich im kommenden Jahr allerdings wieder ändern.

Anhaltend GÜNstige Bewertungen

Günstig bewertet seien die Aktienmärkte dennoch. Im historischen Vergleich seien die Kurs-Gewinn-Verhältnisse weiter moderat, Europa eher "preiswert". Auch anhaltende M & A-Aktivitäten dürften die Kurse antreiben. Erfreulich sei, dass im vergangenen Jahr bei fast 50 Prozent der großen Fusionen und Übernahmen europäische Unternehmen beteiligt waren. "Anleger sollten aber nicht vergessen, dass Unternehmen derzeit Rekordmargen erwirtschaften - inwieweit sich das fortsetzen lässt, hängt von vielen Faktoren ab", sagte Martini. Ein wichtiger Punkt sei hierbei die weitere Ölpreisentwicklung.

Die positive Grundstimmung an den Märkten sei weiterhin intakt. Gerade in Deutschland habe die Schaffung neuer Arbeitsplätze mehr Sicherheit gegeben - sowohl Verbraucher als auch Unternehmen seien nun bereit, auch nach der Mehrwertsteuererhöhung weiter zu investieren. Die US-Wirtschaft werde sich in den ersten beiden Quartalen zwar voraussichtlich abschwächen, der Einfluss der weltgrößten Volkswirtschaft habe aber abgenommen. "Es gilt nicht mehr: 'Wenn die USA hustet, haben wir die Grippe' - andere Länder springen nun in die Bresche", bestätigte Helmut Kaiser, Chief Investment Stratege für Privatkunden der Deutschen Bank.

Dollarkursentwicklung Wichtig

Auch die Entwicklung des Dollarkurses spiele eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Deutsche Bank rechnet nicht mit einem Crash des Dollar, eine überschaubare Abwertung sei aber wahrscheinlich. In den kommenden drei Monaten könnten alte Tiefstände getestet werden und der Eurokurs auf 1,40 Dollar steigen. Im Laufe des Jahres sollte sich die US-Währung aber stabiler präsentieren. Denn die Wirtschaft in den USA könnte nach möglichen Zinssenkungen der Federal Reserve den Turnaround Anfang des dritten Quartals schaffen. Mit ersten Zinssenkungen rechnen die Experten Ende des ersten oder Anfang des zweiten Quartals 2007. Die EZB werde dagegen den Kurs beibehalten und die Zinsen weiter anheben - mit einem ersten Schritt auf dann 3,75 Prozent wird im ersten Quartal gerechnet.

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