Analyse
Viele VÖB-Bankvolkswirte hegen Zweifel an einer Jahresendrally im Dax

Für die kommenden Monate erwarten Experten der öffentlichen Banken mehrheitlich eine seitwärts gerichtete Tendenz an den Aktienmärkten.

dpa-afx FRANKFURT. Für die kommenden Monate erwarten Experten der öffentlichen Banken mehrheitlich eine seitwärts gerichtete Tendenz an den Aktienmärkten. Dies sagten die Chef-Volkswirte und Aktienstrategen Jürgen Pfister (Bayernlb), Ulrich Kater (Dekabank), Dirk Gojny (HSH Nordbank) und Volker Sack (Nord/LB) am Mittwoch in Frankfurt. Lediglich Markus Reinwand von der Helaba zeigt sich optimistisch und rechnet mit einer Fortsetzung der zyklischen Hausse in den kommenden sechs Monaten.

Kritisch bewerten fast alle Experten des Bundesverbandes der Öffentlichen Banken (VÖB), dass in den vergangenen Monaten Investoren von der Geschwindigkeit, mit der sich die Aktienmärkte erholt haben, überrascht worden seien und in letzter Zeit jede Kursschwankung genutzt hätten, um eigene Positionen aufzubauen. Diese Entwicklung sollte ihrer Meinung nach jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass angesichts der aktuellen Ertragsperspektiven der Unternehmen bereits wieder ein Bewertungsniveau wie im langjährigen Durchschnitt erreicht worden sei. Die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten Monaten statt einer ausgeprägten Jahresendrally mit einer Kurskorrektur Verluste hinnehmen zu müssen, steigt den Experten zufolge.

Unterschiedliche Dax-Prognosen

Nach Meinung der Volkswirte der VÖB-Banken betrachten die Anleger die neuen politischen Rahmenbedingungen derweil lediglich verhalten positiv. Nicht nur die Auswirkungen des schwarz-gelben Sieges bei der Bundestagswahl, der teilweise in den Kursen schon berücksichtigt war, sondern auch die nicht immer klaren Auswirkungen der G20-Beschlüsse von Pittsburgh würden auf den Märkten kritisch verfolgt. Für eine langfristige Stabilisierung und eine darauf aufbauende anhaltend positive Kursentwicklung sei ganz entscheidend, welche Wachstumsimpulse die neue Bundesregierung setze. Mit klaren politischen Entscheidungen ist für die VÖB-Experten eine weitere konjunkturelle Erholung und Stabilisierung der Finanzmärkte 2010 wahrscheinlich.

Für den Dax rechnen die Experten Ende 2009 mit einer Spanne von 4 850 bis 6 000 Zählern. Aktuell notiert der Leitindex bei etwa 5 724 Punkten. Beim Eurostoxx 50 reichen die Prognosen für den Indexstand in drei Monaten von einem Wert von 2 450 Zählern bis zu einem Punktestand von 3 100 Zählern. Derzeit steht der europäische Leitindex bei etwa 2 900 Punkten. Am pessimistischsten äußerte sich Dirk Gojny von der HSH Nordbank. Die höchsten Zählerstände prognostizierte derweil Markus Reinwand von der Helaba.

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