Analyse
Wegbrechen der Exportmärkte belastet ifo-Index

Das Wegbrechen der deutschen Exportmärkte belastet nach Einschätzung der Dekabank das ifo-Geschäftsklima.

dpa-afx FRANKFURT. Das Wegbrechen der deutschen Exportmärkte belastet nach Einschätzung der Dekabank das ifo-Geschäftsklima. Die aktuelle Zuspitzung der Finanzmarktkrise hat keine große Rolle gespielt, da ein Großteil der befragten Unternehmen schon vorher ihre Bewertungen abgegeben hat", sagte Volkswirt Andreas Scheuerle am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Vor allem die starke Abschwächung der Konjunktur in der Europa und den USA belaste die Nachfrage nach deutschen Produkten." Im September hatte sich auch das Geschäftsklima in Frankreich und Italien deutlich eingetrübt. "In Europa brennt es überall", sagte Scheuerle.

Der gesunkene Eurokurs habe sich kaum stützend auf den Indikator ausgewirkt, da wegen der starken Konjunkturabkühlung in Europa vor allem die Nachfrage aus dem Euroraum zurückgehe. Stabilisiert worden seien die Erwartungen durch die gefallenen Energie- und Rohstoffpreise.

Rezessesion Wahrscheinlich

In Deutschland werde die Wirtschaft im dritten Quartal schrumpfen, sagte Scheuerle. Mittlerweile sei ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts auch im vierten Quartal nicht ausgeschlossen. Damit wäre die deutsche Wirtschaft drei Quartale in Folge geschrumpft. Im zweiten Quartal war das BIP um 0,5 Prozent zum Vormonat gefallen. Scheuerle erwartet auch bald eine negative Trendwende am deutschen Arbeitsmarkt. Die Investitionen gingen bereits zurück und die Industrie stelle kaum noch ein.

Die Europäische Zentralbank (EZB) werde als nächsten Schritt auf jeden Fall die Zinsen senken. Noch werde die EZB jedoch noch von der hohen Inflationsrate und den zuletzt starken Lohnforderungen abgehalten. In der Vergangenheit hatte sie bei ähnlich katastrophalen Konjunkturdaten die Zinsen gesenkt.

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