Analyse
Weitere Zinssenkung nicht ausgeschlossen

Im Euroraum ist eine weitere Leitzinssenkung nach Einschätzung der Commerzbank auch nach der jüngsten Reduzierung auf 1,5 Prozent nicht unwahrscheinlich.

dpa-afx FRANKFURT. Im Euroraum ist eine weitere Leitzinssenkung nach Einschätzung der Commerzbank auch nach der jüngsten Reduzierung auf 1,5 Prozent nicht unwahrscheinlich. Hierauf deuteten die Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nach der Zinsentscheidung hin, sagte Commerzbank-Experte Michael Schubert der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag. "Der Leitzins ist aktuell aber nicht der einzig entscheidende Faktor", unterstrich Schubert zugleich. So habe Trichet mehrfach betont, dass man seit langem unkonventionelle Maßnahmen wie Refinanzierungsgeschäfte mit fixem Zins und voller Zuteilung durchführe. "Insgesamt ist es daher eher angebracht, von einer weiteren Lockerung als lediglich einer zusätzlichen Zinssenkung zu sprechen", sagte Schubert.

Gleichwohl rechnet die Commerzbank mit einer weiteren Reduzierung des Leitzinses auf 1,0 Prozent. Zusätzliche Maßnahmen wie den Ankauf von sogenannten "Commercial Papers" hält Schubert unterdessen für eher unwahrscheinlich. "Vor allem ist fraglich, ob dieser Markt geeignet für eine geldpolitische Lockerung wäre." So sei das Marktvolumen für Commercial Papers im Euroraum deutlich geringer als etwa in den USA. "Kleinere und mittlere Unternehmen würde man durch derartige Maßnahmen kaum erreichen", sagte Schubert. Auch einen Ankauf von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt hält Schubert für eher unwahrscheinlich.

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