Analyse
WestLB bestätigt London Stock Exchange (LSE) mit „Sell“

Die WestLB hat die Aktie der London Stock Exchange (LSE) mit "Sell" und einem Ziel von 1 190 Pence bestätigt.

dpa-afx DÜSSELDORF. Die WestLB hat die Aktie der London Stock Exchange (LSE) mit "Sell" und einem Ziel von 1 190 Pence bestätigt. Trotz der fortgeschrittenen Gespräche mit der Borsa Italiana über einen Zusammenschluss der beiden Börsenbetreiber sieht Analyst Johannes Thormann in seiner Studie vom Donnerstag keinen Grund, etwas an seinem negativen Ausblick für die Londoner Börse zu ändern. Zum einen sei nicht klar, wie die LSE einen Kauf der italienischen Börse stemmen wolle, zum andern wären die Mailänder im Falle einer Partnerschaft auch bei der LSE wieder nur der Juniorpartner. Aus diesem Grund aber hätten die Italiener zuvor die Gespräche mit der Deutschen Börse und der Euronext abgebrochen.

Entsprechend den Unternehmensangaben würde bei einen Zusammenschluss die LSE das größere Gewicht haben und die Mailänder Börse ein gewisses Maß an Autonomie behalten. Spannend wäre es, außerdem zu erfahren, wie die beiden Börsenbetreiber ihre unterschiedlichen Geschäftsmodelle miteinander abstimmen würden, denn ähnlich wie die Deutsche Börse verfüge die Borsa Italiana über ein vertikales Modell mit den Nachhandelsaktivitäten Clearing, Settlement und Verwahrung.

Mit Blick auf das Finanzielle habe die LSE zwei Möglichkeiten, nämlich sich entweder noch höher zu verschulden oder neue Aktien auszugeben, schreibt der Analyst weiter. Die erste Option erscheine nicht sehr wahrscheinlich, da die Schulden bereits hoch seien. "Sie dürften etwa das Dreifache des erwarteten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen des Geschäftsjahres 2007/08 betragen, sobald das laufende Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen ist", so Thormann. Hinsichtlich einer Kapitalerhöhung rechnet der Analyst mit Widerstand durch die US-Börse Nasdaq , die rund 30 Prozent an der LSE hält.

Den Wert der nicht börsennotierten Borsa Italiana beziffert der WestLB-Experte auf 1,2 bis 1,3 Mrd. Euro. Nachdem die Italiener ihre Kauf-Option für den 51-prozentigen Euronext-Anteil an der Anleihe-Plattform MTS ausgeübt hätten, sei ein Gesamtpreis von 1,4 Mrd. Euro gerechtfertigt.

Mit der Einstufung "Sell" geht die WestLB davon aus, dass sich die Aktie in den nächsten zwölf Monaten im Vergleich zum Index um mindestens minus zehn Prozent schlechter entwickeln wird.

Analysierendes Institut WestLB.

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