Analyse
WestLB erwartet 2008 harte Belastungstests für Wirtschaftswachstum

Auf das globale Wirtschaftswachstum kommt im Jahr 2008 nach Einschätzung der WestLB der "bislang schwerste Belastungstest" im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren zu.

dpa-afx FRANKFURT. Auf das globale Wirtschaftswachstum kommt im Jahr 2008 nach Einschätzung der WestLB der "bislang schwerste Belastungstest" im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren zu. Erhöhte Teuerungsraten, getrieben durch hohe Energie- und Rohstoffpreise und ein schwacher Dollar dürften die Wachstumsdynamik bremsen. Hinzu kämen die Auswirkungen der Kreditkrise, die sich inzwischen zu einer globalen Liquiditätskrise ausgeweitet habe und zur Herausforderung für die großen Notenbanken geworden sei, sagte WestLB-Chefvolkswirt Holger Fahrinkrug am Donnerstag in Frankfurt.

Mit diesen Problemen werde aber bereits im laufenden Jahr gekämpft, das dennoch von Wachstum geprägt sei. "Nimmt man 2007 als Basis für die Prognosen, dann sieht das Szenario nicht schlecht aus", sagte Fahrinkrug und rechnet auf dieser Grundlage mit einem weltweiten Wachstum von 4,5 Prozent. Das Wachstum der westlichen Industrieländer dürfte dagegen insgesamt "nur gut zwei Prozent" betragen. Dabei unterstellt der WestLB-Experte unter anderem, dass es keinen weiteren dynamischen Anstieg bei den Rohstoffpreisen gibt und der Euro nicht deutlich über 1,50 Dollar steigt.

Für USA Zwei Prozent Wachstum Erwartet

Für die USA rechnet Fahrinkrug mit einem Wachstum von zwei Prozent. Auch wenn nicht mit einer Rezession zu rechnen sei, blieben Gefahrenfaktoren bestehen und hätten dann auch globale Effekte, betonte der Experte. Die US-Schwäche sieht er originär im Immobilienmarkt. "Bei den Bau-Aktivitäten sehen wir keine schnellen und großen Entspannungen", sagte Fahrinkrug. Stützen für die Wirtschaft seien dagegen bislang der Arbeitsmarkt und der Konsum gewesen.

"Das Konsumverhalten ist die Kernvariable, auf die wir 2008 vor allem achten müssen." Während der Volkswirt in den USA diesbezüglich eine Abschwächung erwartet, "sollte in Deutschland das Gegenteil der Fall sein". Die Exportdynamik und das Investitionsverhalten dürften nachlassen, so dass die deutsche Wirtschaft dann beweisen müsse, ob sie den Schritt in Richtung eines eher konsumgetriebenen Aufschwungs schaffe, so Fahrinkrug. "Von der Einkommensseite sollte das kein Problem sein", sagte er und verwies auf wieder steigende Lohnstückkosten.

Problematisch sei dagegen allerdings die Inflationsentwicklung von derzeit rund drei Prozent, die vor allem noch im ersten Quartal 2008 stark spürbar bleiben dürfte. "Wenn der Arbeitsmarkt aber weiter gut läuft, sollte danach die Konsumdynamik ins Rollen kommen." Das Wirtschaftswachstum in Deutschland für 2008 beziffert er auf insgesamt zwei Prozent.

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