Analyse
WestLB rechnet per Ende 2008 mit 8 000 Punkten im Dax

Kräftige Zuwächse bei den wichtigen Aktienindizes in Europa und den USA wird es im kommenden Jahr nach Ansicht der WestLB nicht geben.

dpa-afx FRANKFURT. Kräftige Zuwächse bei den wichtigen Aktienindizes in Europa und den USA wird es im kommenden Jahr nach Ansicht der WestLB nicht geben. "Unser Ziel für den Dax im Jahr 2008 liegt bei 8 000 Punkten", sagte Martin Gilles, Leiter Aktienmarkt- und Portfoliostrategie, am Donnerstag während einer Pressekonferenz in Frankfurt.

Konjunktur- und Finanzrisiken dürften in der ersten Jahreshälfte eine entscheidende Rolle spielen. Steigende Nervosität unter den Anlegern, insbesondere in der ersten Jahreshälfte, seien die Folge, was sich wiederum in einer höheren Schwankungsanfälligkeit (Volatilität) der Märkte widerspiegeln dürfte. Dann sollte eine Neubewertung fundamentaler Risikofaktoren erfolgt sein. "Schwankungen im Dax zwischen 7 200 und 8 300 Punkten sind daher durchaus möglich", erklärte der Experte.

Den europäische Leitindex Eurostoxx 50 erwartet er per Ende 2008 bei 4 400 Punkten und damit kaum über seinem derzeitigen Niveau. Den S & P 500 und den britischen Ftse 100 sieht der Experte ebenfalls in etwa auf derzeitigem Niveau. Dabei schränkte Gilles jedoch ein, dass das kommende Jahr hinsichtlich der Vorhersagbarkeit "eine Herausforderung für Unternehmen, Investoren und auch Strategen" wird.

Gewinne DER Unternehmen Unter Druck

Ein wichtiges Thema für Anleger dürften die Gewinnschwankungen von Unternehmen werden. "Wir stehen vor einem zyklischen und strukturellen Wendepunkt, durch den die Profitabilität der deutschen und insgesamt der europäischen Unternehmen belastet werden wird", führte er aus. Eine besonders deutliche Eintrübung werde Studien und Umfragen zufolge im Industriesektor erwartet; die Nachfragestruktur verschiebe sich hin zum Konsumsektor. Die Anforderungen an die Unternehmensgewinne würden künftig über das reine Gewinnwachstum hinausgehen und das Thema Sicherheit werde wieder in den Vordergrund rücken. Aktien von Unternehmen mit stabilen und prognostizierbaren Gewinnen dürfte daher der Vorrang gegeben werden.

Gilles erwartet für 2008, vor allem defensive Anlagestrategien zu sehen und hob hervor: "Ich rechne fest mit einem Comeback der Dividendenstrategie." Zudem dürfte der Griff hin zu Unternehmen gehen, die nicht allzu stark auf makroökonomische Themen wie Öl-Preis oder Dollar-Kurs reagieren. Investmentmöglichkeiten werde es durchaus geben, "die Herausforderung bleibt aber, die Alpha-Kandidaten zu erkennen."

Mit Blick auf einzelne Werte sehen die Experten der WestLB als Favoriten unter den deutschen Titel Eon , Henkel , MAN , K+S , Porsche und United Internet . Zudem zählen auch die beiden Schweizer Unternehmen Swisscom und Roche dazu. Sogar zwei Finanzwerte sind mit Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (Bbva) und AXA unter den Topaktien. "Es ist aber zu früh zu sagen, dass Bankentitel allgemein zu den Topperformern im Jahr 2008 gehören werden", meinte der Aktienstratege.

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