Analyse
WestLB senkt Deutsche Börse auf „Reduce“

Die WestLB hat Aktien der Deutschen Börse von "Hold" auf "Reduce" abgestuft. Beim derzeitigen Kursstand sehe er das Potenzial des Aktienpreises mit Skepsis, schrieb Analyst Johannes Thormann in einer Studie vom Donnerstag.

dpa-afx DÜSSELDORF. Die WestLB hat Aktien der Deutschen Börse von "Hold" auf "Reduce" abgestuft. Beim derzeitigen Kursstand sehe er das Potenzial des Aktienpreises mit Skepsis, schrieb Analyst Johannes Thormann in einer Studie vom Donnerstag. Der jüngste Anstieg der Handelsvolumina sei bereits berücksichtigt, so der Experte. Da er aber ein Abwärtsrisiko von fünf Prozent sehe, werde die Bewertung von "Hold" auf "Reduce" reudziert. Das Kursziel von 82 Euro wurde hingegen bestätigt.

Mit Blick auf die fundamentale Bewertung der Aktie müsste ihr fairer Wert eigentlich auf 79 Euro gesenkt werden, schreibt Thromann weiter und begründet das mit den angehobenen Zinsen in der Eurozone. Da er das Unternehmen aber auf Grund seiner Vorhersagen von 2008 und 2009 bewerte, halte er an seinem Ziel von 82 Euro fest.

Zum Thema Borsa Italiana schrieb Thormann: Es sei kaum wahrscheinlich, dass die Deutsche Börse ein zwar strategisch überzeugendes, aber teures Gegenangebot für die nicht börsennotierte Borsa Italiana abgeben werde, die derzeit Fusionsgespräche mit der Londoner Börse LSE führt. Das dürfte die Anteilseigner verärgern und auf den Aktienkurs belasten oder sogar zu einem Ausverkauf führen, schreibt Thormann weiter.

Mit Blick auf die Quartalsergebnisse der Deutschen Börse seien die Aussichten für das zweite Quartal gut: Die Zahlen, die am 1. August vorgelegt werden, sollten den allgemeinen Erwartungen entsprechend positiv ausfallen, so der Analyst. Die Handelsvolumina seien erneut sehr groß gewesen. Der Juni könnte nach Einschätzung des Analysten mit erwarteten 14 Mill. Transaktionen an der elektronischen Aktienbörse Xetra und 186,6 Mill. Kontrakten an der Derivatebörse Eurex ein weiterer Rekordmonat werden. Für das Jahr 2007 rechnet Thormann mit einem Wachstum von 31 Prozent auf Xetra und 18 Prozent an der Eurex. Getrieben durch höhere Gewinnspannen bei Aktien und Index-Derivaten erwartet der Analyst, dass die Aktivitäten an der Börse im Jahr 2008 weiter steigen werden.

Ihren nächsten Impuls könnten die Aktien auf dem Investorentag an diesem Freitag erhalten. Allerdings glaubt Thormann nicht, dass es eine Ankündigung über eine größere Kapitalausschüttung geben wird. Negativ für die Deutsche Börse könnte sich der Erfolg des Projekts "Turquoise" auswirken, durch das mehrere große Investmentbanken eine Alternative zum Aktienhandel an den Börsen schaffen wollen. Eine Konsequenz des Projekts könnten Preissenkungen von 25 Prozent und mehr sein, was sich auf die Profitabilität der Deutschen Börse negativ auswirken dürfte.

Mit der Einstufung "Reduce" geht die WestLB davon aus, dass sich die Aktie in den nächsten zwölf Monaten im Vergleich zum Index um zwischen 0 und minus zehn Prozent schlechter entwickeln wird.

Analysierendes Institut WestLB.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%