Analyse: WestLB senkt LSE auf 'Reduce'

Analyse
WestLB senkt LSE auf 'Reduce'

Die WestLB hat die Aktien der London Stock Exchange (LSE) nach dem gescheiterten feindlichen Übernahmeangebot durch die US-Computerbörse Nasdaq von "Hold" auf "Reduce" gesenkt.

dpa-afx DÜSSELDORF. Die WestLB hat die Aktien der London Stock Exchange (LSE) nach dem gescheiterten feindlichen Übernahmeangebot durch die US-Computerbörse Nasdaq von "Hold" auf "Reduce" gesenkt. Das Management des größten europäischen Kassamarktes müsse in den nächsten Monaten nun eine Antwort geben, wie der Aktienkurs über dem Angebotspreis der US-Börse von 1 243 Pence gehalten werden könne, schrieb Analyst Johannes Thormann in einer Studie am Montag und senkte zugleich sein Kursziel für die LSE-Aktie von bisher 1 243 auf nun 1 070 Pence. Das neue Ziel basiere damit wieder auf dem Dividenden-Abschlagsmodell.

"Am Samstag ist das Übernahmeangebot der Nasdaq endgültig gescheitert, nachdem es dem Unternehmen nicht gelungen ist, die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent plus X an der LSE zu erreichen", schrieb Thormann. Daher dürfte der Kurs der LSE-Aktie nun in den nächsten Wochen und Monaten fallen. Die Nasdaq, die insgesamt nun einen 29,16-prozentigen LSE-Anteil hält, sei dabei in einer komfortablen Position. Wegen Währungsabsicherungen auf das britische Pfund könne der LSE-Kurs bis auf rund 1 100 Pence je Aktie fallen, ohne dass der US-Börsenbetreiber Verluste machen würde.

Einen Ausstieg der Nasdaq aus der LSE durch Anteilsverkäufe über den Markt hält Thormann hingegen trotz Drohungen durch Vorstandschef Bob Greifeld für unrealistisch, "da das zumindest teilweise selbstzerstörerisch wäre".

Weitere Gefahren für die LSE sieht der WestLB-Experte zudem durch das "Project Boat", einer Initiative von neun Banken zur Schaffung einer neuen Plattform für Aktienhandelsberichte, sowie durch das "Project Turquoise" von sieben Investmentbanken zur Schaffung einer eigenen Aktien-Handelsplattform. "Die strategische Positionierung der LSE eines derzeit reinen Aktienhandelsgeschäfts muss daher geändert werden", so Thormann, der jedoch diesbezüglich skeptisch ist.

Mit der Einstufung "Reduce" geht die WestLB davon aus, dass sich die Aktie in den nächsten zwölf Monaten im Vergleich zum Index um bis zu zehn Prozent schlechter entwickeln wird.

Analysierendes Institut WestLB.

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