Analysten achten besonders bei kleinen Gesellschaften auf die Einhaltung neuer Rechnungslegungsstandards
Viele Nebenwerte sind noch im Verzug

Die meisten kleineren und mittleren deutschen Aktiengesellschaften (Small- und Midcaps) haben ihre Bilanzen noch nicht auf die neuen Regeln umgestellt, die ab Januar 2005 für börsennotierte Unternehmen in der Europäischen Union (EU) Pflicht sind.

scc FRANKFURT/M. Das geht aus einer Studie von Pricewaterhouse Coopers (PWC) in Zusammenarbeit mit der Universität Eichstätt-Ingolstadt hervor. Für Investoren in Small- und Midcaps bedeutet dies, dass auf diese Gesellschaften Bußgelder zukommen könnten, sollten diese nicht rechtzeitig nach den neuen International Financial Reporting Standards (IFRS) bilanzieren.

Auch die Schar der Finanzanalysten wird nach Ansicht von PWC-Vorstand Jochen Pape verstärkt darauf achten, dass die neuen Rechnungslegungsvorschriften konsequent eingehalten werden. „Wer künftig den IFRS-Standard nicht erfüllen kann, wird am Kapitalmarkt ein Problem bekommen“, sagt Pape. Besonders sind seiner Meinung nach Unternehmen aus dem weniger stark reglementierten General Standard der Deutschen Börse betroffen sowie Gesellschaften, die lediglich an Regionalbörsen gelistet sind. Je größer jedoch Aktiengesellschaften sind und je intensiver der Kapitalmarkt genutzt wird, desto eher bilanzieren sie bisher schon nach internationalen Rechnungslegungsstandards.

Insgesamt erstellen von den rund 1 000 an deutschen Börsen notierten Gesellschaften erst 36 Prozent ihre Abschlüsse nach IFRS. 452 Unternehmen sind laut Untersuchung im kommenden Jahr umstellungspflichtig, wovon 327 noch nach Handelsgesetzbuch (HGB), der Rest nach den US-Regeln US-Gaap bilanziert. Generell gilt: Die Umstellung von US-Gaap auf IFRS gilt in Fachkreisen als einfacher als von HGB auf IFRS.

Insgesamt 75 Gesellschaften müssen ihren Bilanzen erst im Jahr 2007 umstellen, da sie beispielsweise schon nach internationaler Rechnungslegung für den ausländischen Kapitalmarkt bilanzieren. Aktuelle Beispiele aus dem Deutschen Aktienindex (Dax) sind Daimler- Chrysler, Siemens, Eon oder SAP. „Die meisten, die bis 2007 warten dürfen, werden diese Frist wohl auch nutzen“, vermutet Pape.

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