Analysten befürchten Einfluss auf die Wertentwicklung von Coca-Cola & Co.
Neuer Diättrend beeinflusst Kurse zahlreicher US-Konsumtitel

Hunderttausende US-Amerikaner haben zuletzt die so genannte „Low-Carb-Diät“, die kohlenhydratarme Ernährung, für sich entdeckt. Zwei der beliebtesten Essprogramme sind die Atkins- und die South-Beach-Diät, die beide den Verzehr von fett- und eiweißreichen Lebensmitteln predigen und gleichzeitig Produkte mit hohem Kohlehydratanteil von der Speisekarte nehmen.

ank HOUSTON. „In diesem und im nächsten Quartal werden sich solche Diätpläne besonders stark auch auf den Aktienmarkt auswirken“, sagt Analyst Bill Chappell von der Investmentbank Sun Trust Robinson Humphrey.“

Die Auswirkungen des jüngsten Diäteifers bekommen paradoxerweise verstärkt solche Aktien zu spüren, deren Produkte bislang als Inbegriff der gesunden Ernährung galten. Unter anderem stehen auf der Verbotsliste Kartoffeln, Brot, Nudeln und Reis sowie wegen des natürlichen Fruchtzuckers auch Orangensaft und Obst. Aber auch der Getränkeriese Coca-Cola etwa meldete kürzlich ein Umsatz-Nullwachstum bei seiner Fruchtsaft-Tochter Minute Maid und kündigte für die zweite Jahreshälfte die Entwicklung eines kohlenhydratreduzierten Orangensafts an. Seit Mitte Februar gab die Coca-Cola-Aktie um etwa fünf Prozent nach. Experten raten Investoren auch zur Vorsicht bei Nudelherstellern wie American Italian Pasta.

Der Kurs von Mischkonzern General Mills, der eine Reihe von Lebensmittelprodukten wie Frühstücksflocken, Mehl und Backmischungen produziert, sackte in den vergangenen Wochen ebenfalls ab. Die Nettoumsätze in der Backsparte gingen im vergangenen Quartal um sechs Prozent zurück. Die Geschäftsleitung erwähnte die Low- Carb-Diäten als einen Grund dafür.

Doch die Industrie erweist sich als anpassungsfähig. Mit kohlenhydratreduzierten Mais- und Kartoffelchips lockt der Getränkekonzern PepsiCo inzwischen die Kunden, Konkurrent Coca-Cola verstärkt seine Tee- und Diätwasserlinie, und Schokoladenfabrikant Hersheys entwickelte den Energieriegel mit nur einem Gramm Zucker. „Die Anleger sollten zurzeit ein besonderes Auge auf alle Aktien haben, die von den Kohlenhydrat-Diäten betroffen sein könnten“, sagt Analyst Marc Greenberg von Deutsche Bank Securities. „Die gute Nachricht ist aber, dass so gut wie alle großen Firmen schnell reagiert haben und aggressiv daran arbeiten, abgewandelte Versionen ihrer Produkte anzubieten.“

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