Analysten begrüßen den Aufbau einer eigenen DSL-Infrastruktur - Wachstumschancen auch im Ausland: United Internet weckt Kursphantasie

Analysten begrüßen den Aufbau einer eigenen DSL-Infrastruktur - Wachstumschancen auch im Ausland
United Internet weckt Kursphantasie

Kaum eine Aktie hat in den vergangenen Jahren an der Frankfurter Börse derart geglänzt, wie die von United Internet. Seit Herbst 2001 hat das Unternehmen, dessen bekannteste Marke der Internetdienst GMX ist, seinen Börsenwert mehr als verzehnfacht, der Aktienkurs kletterte von rund zwei auf mehr als 20 Euro.

DÜSSELDORF. Zwar hat sich das Kurswachstum in den vergangenen Monaten deutlich verlangsamt. Analysten sind aber zuversichtlich, dass United-Internet-Aktien ihren Aufwärtspfad bald wieder aufnehmen werden.

Optimistisch stimmt etwa die Ankündigung von Firmenchef Ralph Dommermuth, dass die Abhängigkeit von der Deutschen Telekom bei DSL-Anschlüssen reduziert werden soll. Bislang verkauft United Internet die breitbandigen Datenanschlüsse der Telekom lediglich unter eigenen Markennamen weiter. Künftig will das Unternehmen aus Montabaur in einigen Netzbereichen eigene Infrastruktur installieren. Kostenpunkt: 30 bis 50 Mill. Euro. „Das Geld aufzubringen dürfte kein Problem sein“, sagt Werner Stäblein, Analyst bei der BHF. Allein in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres habe der freie Cash-Flow schließlich bei 63,1 Millionen Euro gelegen. Den Schritt, selbst in Infrastruktur zu investieren, habe sich das Management gut überlegt. Bereits seit August hätten die Pläne in der Schublade gelegen.

Eine Branchenstudie der Bank Sal. Oppenheim zeigt, weshalb eigene Netzinvestitionen zum entscheidenden Vorteil im Wettbewerb mit anderen DSL-Anbietern werden könnten. Mit 31 Prozent sei die Gewinn-Marge für eigene Anschlüsse doppelt so hoch wie für die angemieteten, haben die Analysten errechnet. „Retailer wie AOL und Freenet werden den Preiswettbewerb nicht überleben, wenn sie nicht ebenfalls in eigene Infrastruktur investieren“, sagt Oppenheim-Analyst Marcus Sander.

Das Problem für die kleineren Konkurrenten von United Internet ist ihr geringerer Marktanteil. Der Aufbau von Infrastruktur lohnt sich erst, wenn die Anbieter in den Ortsnetzen eine gewisse Kundenzahl geworben haben. Außerdem steigt der Erlös pro Kunde mit zunehmender Teilnehmerzahl.

Davon profitiert United Internet in einem zweiten Geschäftsfeld: Mit seinen Marken 1 & 1 sowie Schlund + Partner ist das Unternehmen im Bereich „Webhosting“ aktiv, d.h. es stellt Internetnutzern Datenspeicher zur Verfügung. In Deutschland ist United Internet Marktführer in diesem Geschäft. Die breite Kundenbasis verschafft dem Unternehmen Kostenvorteile: „Es gibt keinen Wettbewerber, der langfristig bei Preis und Qualität mithalten kann“, sagt Sander. Diese Position will United Internet jetzt auch weltweit nutzen. Das Management hat angedeutet, neue Märkte in Asien in Angriff zu nehmen und hofft auf ähnliche Erfolge wie zuletzt in den USA: „Mit einem geringen Budget ist United Internet hier schon kurz nach dem Markteintritt unter den ersten zehn Anbietern“, sagt Iris Schäfer, Analystin bei der Landesbank Baden-Württemberg.

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