Analysten bewerten CTS Eventim positiv – Unsichere Perspektiven beim Konkurrenten Deag
Konzertveranstalter bringen Musik ins Depot

Tausende Rockfans lassen beim größten deutschen Musikfestival im Juni den Nürburgring beben, Schnulzenfreunde schmachten in Fußballstadien Phil Collins an, und Teenager kreischen nach Britney Spears. Die Open- Air-Saison hat begonnen.

FRANKFURT/M. Die Deutschen geben für Konzerte, aber auch Sportveranstaltungen, Theater und Musicals Milliarden von Euro aus. Davon profitieren CTS Eventim und die Deutsche Entertainment AG (Deag), die größten Tickethändler und Veranstalter Deutschlands – allerdings nicht gleichermaßen.

CTS hat Deag abgehängt. Das zeigt die Kurs- und Geschäftsentwicklung. Die CTS-Aktionäre können nach mehr als 1000 Prozent Kursgewinn seit 2002 auf weitere Steigerungen hoffen. „Die Aktie hat nach unserer Meinung noch Potenzial. Wir empfehlen sie zum Kauf“, sagt Martina Noß, Analystin bei der Nord LB. Derzeit kosten die Titel 13 Euro. Über CTS-Systeme wurden im Rekordjahr 2003 rund 30 Mill. Eintrittskarten vermarktet. Das im SDax notierte Unternehmen erhöhte den Umsatz im Vergleich zu 2002 um 41 % auf 224,4 Mill., den Gewinn von 0,4 Mill. auf 4,7 Mill. Euro. Im ersten Quartal 2004 stiegen die Zahlen erneut.

Dagegen wandelt Konkurrent Deag seit Jahren am Rande der Insolvenz, weil das Unternehmen im Jahr 2000 in den inzwischen Pleite gegangenen Musicalveranstalter Stella investiert hatte – ein Millionengrab. Der Vorstand räumt ein, dass für Deag-Investoren ein Totalverlust wegen der hohen Schulden „nicht ausgeschlossen ist“. Er sagt aber auch, dass „in diesem Jahr wieder richtig Geld“ verdient werden soll.

Ähnlichen Versprechen folgten in der Vergangenheit meist Enttäuschungen. 2003 fiel der Umsatz um 9 % auf 127,4 Mill. Euro. Der Verlust erhöhte sich um 60 % auf 14,6 Mill. Euro. Im ersten Quartal 2004 stiegen die Erlöse um 74 % auf 25,5 Mill. Euro. Übrig blieb ein kleiner Gewinn. Ob dies die Trendwende ist, bleibt abzuwarten. Wie sich die Deag-Aktie in den nächsten Monaten entwickeln wird, hängt aber weniger vom Kerngeschäft ab. „Die Anteile sind nur etwas für spekulative Anleger, die auf die geplanten Immobilienverkäufe des Unternehmens setzen“, sagt Michael Eisenbeis von Solventis Research, „Die erhofften Einnahmen in Höhe von elf Mill. Euro, die laut Vorstand im dritten Quartal in die Kasse fließen sollen, würden die hohe Verschuldung verringern.“ Die Gründe für die geringe Bewertung der Aktie lägen in der angespannten Finanzlage und dem fehlenden Anlegervertrauen. Eisenbeis beziffert den fairen Wert auf 3,30 Euro, wenn die Immobilienverkäufe gelingen. Scheitern sie, wären 2,50 Euro gerechtfertigt. Aktuell notieren Deag bei 2,10 Euro.

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