Analysten bewerten die langfristigen Aussichten für das MDax-Schwergewicht positiv
EADS-Aktie fehlt das Anlegervertrauen

Erfolgsgeschichten hat die Börse in den vergangenen Jahren nur wenige geschrieben. Eine davon ist die des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS. Seit März vergangenen Jahres hat sich dessen Aktienkurs nahezu verdreifacht. Mit einem Börsenwert von mehr als 15 Mrd. Euro zählt die im Mittelsegment MDax notierte EADS inzwischen zu den Top 15 der Deutschen Börse. Einzig die Vorschrift, dass der Deutsche Aktienindex nur nationalen Firmen umfassen soll, verhindert einen Dax-Aufstieg von EADS.

DÜSSELDORF. In den Konzernzentralen in Toulouse und München wird man dies verkraften können. Grund zur Freude hatten die beiden Co-Vorstandschefs Philippe Camus und Rainer Hertrich zuletzt reichlich. 2003 hat die 80-Prozent-Tochter Airbus erstmals mehr Flugzeuge ausgeliefert als der US-Konkurrent Boeing. Und auch im Rüstungsgeschäft sicherte sich der Mehrländerkonzern prestigeträchtige Aufträge.

Schließlich glänzte EADS am Montag mit einem Jahresergebnis für 2003, das die Erwartungen der Analysten weit übertraf. Mit einem Nettoergebnis von 152 Mill. Euro schaffte der Konzern den Sprung in die Gewinnzone. Die Aktionäre sollen an der Entwicklung durch eine um ein Drittel höhere Dividende von 40 Cents je Aktie teilhaben.

An der Frankfurter Börse reagierten die Aktien von EADS allerdings kaum auf die guten Zahlen. Seit Wochenbeginn verlor die Aktie rund fünf Prozent auf 18,10 Euro. Und auch die Analysten äußern sich eher vorsichtig zu dem Wert: „Im vierten Quartal 2003 ist die Aktie überraschend schnell hochgelaufen“, sagt Robert Czerwensky von der Vereins- und Westbank. Er empfiehlt eine „neutrale“ Gewichtung, weil er das Potenzial inzwischen für weitgehend ausgereizt hält. Zwar sei die Tendenz sowohl für den Flugzeugbau als auch für die Militärsparte langfristig positiv. Gerade im Verteidigungssektor hinke EADS dem Konkurrenten Boeing aber noch hinterher: „Das große Geschäft wird in diesem Bereich in den USA gemacht, wo die Verteidigungsbudgets deutlich höher sind als in Europa. Allerdings ist dieses Geschäft stark von Patriotismus geprägt, weshalb der Einstieg in den US-Markt schwierig ist“, sagt Czerwensky.

Auf der anderen Seite spielt der Verteidigungssektor in den Zukunftsplanungen von EADS eine gewichtige Rolle, da sich hier erheblich höhere Margen erzielen lassen als in der zivilen Luftfahrt. Stefan Maichl, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg, sieht daher in dem hohen Auftragsbestand im Militärbereich – dieser verdoppelte sich 2003 auf 46 Mrd. Euro – ein positives Signal: „Die Abhängigkeit vom zyklischen zivilen Luftfahrtgeschäft dürfte EADS in den nächsten Jahren weiter abschwächen können“, schreibt er in einer Studie und empfiehlt, die Aktie zu kaufen.

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