Analysten empfehlen Aktien von belgischem Brauriesen Interbrew zum Kauf
Fusionsfieber dominiert den Biermarkt

Für den spekulativen Anleger ist spätestens seit der Übernahme der deutschen Holsten AG durch den dänischen Brauriesen Carlsberg und dem Einstieg des Oetker-Konzerns bei der Dortmunder Brau und Brunnen AG die Luft aus dem deutschen Biermarkt heraus. Sowohl Carlsberg als auch Oetker streben jeweils eine 95 %ige Beteiligung an, um anschließend die verbliebenen Aktionäre über ein „Squeeze-out-Verfahren“ legal aus den übernommenen Unternehmen zu drängen. Danach wird es in Deutschland wohl keine börsennotierte Brauerei mehr geben, Investoren müssen ihren Blick auf die ausländischen Megakonzerne richten.

DÜSSELDORF. „Die verbliebenen starken Marken wie Warsteiner, Bitburger oder Krombacher scheinen zumindest für die nächsten Jahre weiter eine Politik der Eigenständigkeit zu verfolgen“, schätzen die Experten der Internationalen Betriebs-Beratung (IBB). Wahrscheinlich sei jedoch, dass in naher Zukunft noch „der eine oder andere regionale Platzhirsch“ das Brauerei-Portfolio einer der großen Brauerei-Gruppen verstärken werde, so die IBB-Fachleute. Bestätigt wird diese Auffassung durch die kürzliche Übernahme der Ingolstädter Herrnbräu GmbH & Co. KG durch die Münchner Paulaner-Gruppe, an der wiederum der niederländische Braukonzern Heineken beteiligt ist.

International ist für manchen Anleger aber aber immer noch viel Musik im Brauereigeschäft. So sorgte erst Anfang März die belgische Interbrew durch die geplante Verschmelzung mit dem brasilianischen Braukonzern Ambev für Furore. Mit einem Jahresvolumen von 190 Mill. Hektolitern Bier würde die neue Interbrew/Ambev den bisherigen Weltmarktführer Anheuser-Busch vom Thron stoßen.

Doch dieser Deal ist noch längst nicht in „trockenen Tüchern“. Denn der mexikanische Brauerei-Konzern Femsa, an der Interbrew über die kanadische Braugruppe Labatt einen Anteil von 30 % hält, zeigt sich widerspenstig. Femsa hat in den USA Klage gegen die belgisch-brasilianische Fusion eingereicht, weil sie angeblich nicht über die Absichten von Interbrew und Ambev informiert worden war. Auch in Brasilien gab es kritische Stimmen. „Hört endlich auf, die Übernahme als eine Fusion zu verkaufen. Sicher ist, dass die Entscheidungen künftig in Belgien fallen werden“, empörte sich der einflussreiche brasilianische Finanzkommentator Luís Nassif.

Dies sieht Branchenanalyst Tiemen Leijh von der Rabobank International allerdings ganz anders. Das Interbrew-Hauptquartier in Leuven werde künftig das Europageschäft des neuen Konzerns managen, während die gesamten amerikanischen Aktivitäten von Sao Paulo aus gesteuert würden, so Leijh. Dadurch könne sich das belgische Management ganz auf die europäischen Angelegenheiten konzentrieren.

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