Analysten empfehlen Management Zukäufe statt organischem Wachstum – Kritik am geringen Streubesitz
Saat-Aktie KWS verspricht gute Ernte

Das Land ernährt den, der es bestellt. Das gilt im übertragenen Sinn auch für Saatzuchtfirmen, ohne die eine moderne Landwirtschaft nicht denkbar ist.

DÜSSELDORF. Mit ihrem Wissen darüber, wie sich Nutzpflanzen ans lokale Klima und den Boden anpassen lassen, und mit ihren Sortenbanken nehmen sie eine Schlüsselstellung in der Agrarindustrie ein. Der am breitesten aufgestellte börsennotierte Saatzüchter kommt aus Deutschland.

Die KWS Saat AG ist mit 444 Mill. Euro Gruppenumsatz und 28,3 Mill. Euro Jahresüberschuss weltweit viertgrößter Saatzüchter für die Landwirtschaft. Die Gesellschaft spielt in einer Liga mit Konzernen wie Monsanto, Delta & Pine Land und Pioneer Hi-Bred. Die KWS-Aktie beteiligt Anleger an den technologieintensiven Anstrengungen zur Verbesserung der Welternährungslage – und zwar am oberen Ende, wie DZ-Bank Analyst Heinz Müller meint: „KWS scheint in der Lage, permanent neue leistungsfähigere oder krankheitsresistente Sorten zu entwickeln, um sich im oberen Preissegment zu positionieren.“

Das Agrargeschäft wächst langsam, aber sicher. So eignet sich die Aktie aus Sicht des Online-Finanzdienstes Neo-Trade für konservative Anleger. Denn KWS setzt auf Risikostreuung. Während Monsanto sich der Grünen Gentechnik verschreibt, Delta & Pine neun Zehntel des Umsatzes mit Baumwollsaaten erzielt und Pioneer Hi-Bred vor allem mit Mais Geld verdient, hat KWS von jedem etwas: Die Niedersachsen bieten von Biokörnern über mit Pflanzenschutzmittteln gebeizte Sorten bis hin zu Gentechniksaaten alles. „Die gut bestückte Sortenbank ist das wichtigste Kapital der Firma“, heißt es bei einer deutschen Privatbank.

Bei Zuckerrüben ist KWS Weltmarktführer, doch birgt das Geschäft Risiken wegen der Reform der EU-Zuckermarktordnung. Als Gegengewicht dazu engagiert KWS sich bei Mais und gehört dort zu den ersten fünf im Hauptmarkt USA. „Hier bieten sich in nächster Zeit Zukäufe an, um schneller zehn Prozent Marktanteil zu erreichen als mit Wachstum aus eigener Kraft“, sagt ein Agro-Analyst. Er schätzt, dass KWS Akquisitionen bis zu 250 Mill. Euro stemmen könnte.

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