Analysten empfehlen vor allem Aktien größerer Hersteller zum Kauf
Medizintechnik ragt an der Börse heraus

Wie wenig der Prophet im eigenen Land gilt, erfahren die deutschen Hersteller von Medizintechnik seit Jahren. Obwohl ihr Heimatmarkt der mit Abstand größte Gesundheitsmarkt in Europa ist, wachsen sie vor allem im Ausland.

FRANKFURT/M. 2004 stand nach Angaben des Branchenverbands Spectaris einem Rückgang des Inlandsumsatzes um ein Prozent ein Zuwachs im Ausland um 15,8 Prozent gegenüber.

Da der Gang über die Landesgrenzen teuer ist, haben in den vergangenen Jahren eine Reihe kleinerer Medizintechnikfirmen ihren Kapitalhunger an der Börse gestillt. Im Sog des Neuen Marktes wagten sich Firmen an die Börse, die wie Eckert & Ziegler oder auch aap Implantate in kleinen Nischenmärkten weniger als 50 Mill. Euro im Jahr umsetzen und deren Marktkapitalisierung diese Schwelle ebenfalls unterschreitet.

Seit einigen Monaten legen die an der Deutschen Börse notierten Medizintechnik-Titel kräftig zu. „Der Subindex Medizintechnik entwickelte sich zuletzt deutlich besser als alle anderen Branchen aus dem Healthcare-Segment“, sagte Martin Steinbach von der Deutschen Börse vergangene Woche auf der Eröffnung des Medtech Days in Frankfurt.

Trotz der guten Kursentwicklung ist gerade der Kauf kleinerer Titel riskant. Auch wenn die Produkte dieser Mittelständler von Ärzten oft hoch geschätzt werden, können ein geplatzter Deal oder eine unternehmerische Fehlentscheidung den Aktienkurs in den Keller schicken oder gar die Existenz der Firma in Frage stellen.

Die Aktienentwicklung dieser Firmen spricht eine deutliche Sprache. So markierte der Kurs des im vergangenen Jahr in Liquiditätsschwierigkeiten geratenen, inzwischen aber über eine Kapitalerhöhung sanierten Implantateherstellers aap in den vergangenen 52 Wochen zeitweise ein Hoch von 2,35 Euro, um dann bis auf 93 Cent abzugleiten. Die Titel von Eckert & Ziegler notierten kurzfristig bei 6,95 Euro, um dann mit 12 Euro ungeahnte Höhen zu erreichen.

Wer hofft, diese Kursschwankungen für den schnellen Euro ausnutzen zu können, wird angesichts der geringen Liquidität dieser Titel nicht selten enttäuscht. An den meisten Handelstagen werden weniger als 10 000 aap-Aktien gehandelt und selbst bei vergleichsweise großen Titeln wie Stratec Biomedical Systems sieht es kaum besser aus.

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