Analysten erwarten mittelfristig ein Kursplus von mehr als zehn Prozent
Celesio-Aktie soll weiter zulegen

Europas größter Pharmahändler Celesio präsentiert alljährlich und allen Gesundheitsreformen zum Trotz Umsatzsteigerungen. Auch für Deutschland sehen Analysten weiteres Wachstumspotenzial

cpi FRANKFURT/M. Die Aktie des M-Dax-Unternehmens wird nach wie vor zum Kauf empfohlen. Zum 17. Mal in Folge konnte der Konzern eine Ergebnisverbesserung präsentieren – diesmal um 13,7 Prozent vor Steuern. Die Aktionäre erwartet nach der Hauptversammlung am 29. April eine Dividende von 90 Cent je Wertpapier. In den vergangenen Wochen hat die Aktie von 42 auf 46 Euro zugelegt. Der Kurs-Aufschwung ist angesichts positiver Ausblicke noch nicht vorbei, vermutet Antje Laschewski von der Landesbank Baden-Württemberg: „Die Aktie kann mittel- bis langfristig noch mehr als zehn Prozent zulegen“, sagt sie.

Denn erneut hatte das Unternehmen bewiesen: Gesetzesänderungen im Gesundheitswesen bringen Celesio nicht in Bedrängnis. Staatliche Eingriffe wie das Beitragssicherungsgesetz, das im vergangenen Jahr zu einer Rabattschlacht im Pharmahandel führte, steckt Celesio weg - ebenso die Umstellung auf kostengünstigere Packungsgrößen in Portugal. Dafür sorgt vor allem die Diversifikation der Geschäftsbereiche in elf verschiedene Länder.

Für die Zukunft erwartet das Unternehmen wegen einer starken Zunahme der älteren Bevölkerung in Deutschland einen Umsatzzuwachs. Michael Otto, Analyst bei Helaba-Trust stimmt zu: „Die zunehmende Nachfrage von Senioren wird sinkende Preise erheblich überkompensieren.“ Neue Geschäftsfelder könnten den Umsatz zudem ankurbeln: „Dienstleistungen wie die Direktbelieferung von Ärzten mit Impfstoffen werden das Wachstum auf dem heimischen Markt verbessern“, sagt Otto. Mit weiteren Expansionsbestrebungen rechnet er in Italien. Dort steht eine neue Privatisierungswelle von Apotheken bevor. „Celesio könnte beim Kampf um Marktanteile eine entscheidende Rolle spielen“, sagt Otto.

Wichtigstes Standbein ist neben dem Pharmagroßhandel das Geschäft im Einzelhandel. Rund 1 900 Apotheken zählen mittlerweile zum Konzern. „In einigen Jahren wird es in Deutschland Apothekenketten geben“, ist Karl-Heinz Scheunemann, Analyst beim Bankhaus Metzler von einer Deregulierung überzeugt. Doch von einer Ausdehnung des Konzerns war zumindest bei Apotheken nicht viel zu spüren im vergangenen Jahr. Hinter der Vorgabe, 180 bis 200 Apotheken kaufen zu wollen, ist das Unternehmen weit zurückgeblieben. Lediglich 35 Apotheken kamen hinzu.

Auch in den neuen EU-Mitgliedsstaaten hält sich der Konzern zurück. Mit seinem Engagement in Tschechien wich der Konzern hingegen von der Erfolgsspur ab. Nachdem die Umsatzsteigerung von rund 10 Prozent im Einzelhandel deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, wurden dort 21 Apotheken geschlossen oder verkauft. Dennoch vermuten Analysten, dass ein Einstieg zumindest in den polnischen Markt unmittelbar bevor steht: „Dort sind allerdings erhebliche Investitionen in die Infrastruktur notwendig“, sagt Analyst Scheunemann.

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