Analysten erwartenden steigende Margen, rügen aber die mangelnde Konzentration des Internet-Buchhändlers
Amazon profitiert von Harry-Potter-Boom

Der weltgrößte Internet-Buchhändler Amazon.com wird zehn Jahre alt. Eines der dicksten Geburtstagsgeschenke erreichte die Amerikaner an diesem Wochenende aus Schottland. Denn dort wohnt Bestsellerautorin J.K. Rowling, deren sechste Erzählung über das Leben des Zauberschülers Harry Potter seit Samstag in den Läden steht – zufällig auf den Tag genau ein Jahrzehnt, nachdem Amazons Webseiten zum ersten Mal freigeschaltet wurden.

HOUSTON. In einem mehr als durchwachsenen Geschäftsjahr zaubert der kleine Engländer damit für einen Moment die Sorgen der Amazon-Anleger fort. Denn wie gewohnt bricht das neue Potter-Buch alle Rekorde und versetzt die Buchhändler in Entzücken. Bereits vor der Veröffentlichung bestellten mehrere Millionen Kunden ein Exemplar; davon verkaufte allein Amazon mehr als 1,5 Mill. Bücher vorab.

Analyst Scott Devitt von der Investmentbank Legg Mason erwartet daher, dass das Onlinehaus auch dank des neuen Harry-Potter-Bandes in den nächsten sechs bis neun Monaten wieder steigende Margen melden kann. In den vergangenen drei Quartalen war die Gewinnspanne jeweils gesunken. Der Analyst, dessen Bank mit 15 Prozent größter außenstehender Investor bei Amazon ist, setzte sein Urteil Anfang Juli von Halten auf Kauf herauf.

„Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Amazon die Prognose für das laufende Quartal erhöhen wird, und zwar wegen Harry Potter“, sagt auch Mark Mahaney von Citigroup Smith Barney. „So oder so wird das Buch einen erheblichen Beitrag zu Amazons Quartalsumsatz leisten. Sein Vorgänger, der fünfte Potter, hat damals etwa 45 Mill. Dollar Umsatz eingebracht.“

Dennoch sind Analysten skeptisch, was die nähere Zukunft der Aktie betrifft. Immerhin sackte der Kurs in den letzten zwölf Monaten um ein Viertel in den Keller. Die Mehrheit der Anlageurteile lautet daher auf „Halten“. Die Zahl der Kauf- und Verkaufsempfehlungen halten sich mit je sechs die Waage – eher ungewöhnlich für den Marktführer einer Branche. In die Kritik geraten ist Amazon – das Chef und Gründer Jeff Bezos vor zehn Jahren eigentlich „Cadabra“ nennen wollte, bis ihm die Ähnlichkeit des Namens mit dem Wort „Kadaver“ auffiel – vor allem durch die große Bandbreite des Angebots. 2004 kauften fast 50 Millionen aktive Kunden bei Amazon ein; der Umsatz erreichte rund sieben Mrd. Dollar.

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