Analysten glauben nicht an Blitzstart an der Börse
Verhaltene Erwartungen an die Postbank

Allzu große Sprünge trauen Analysten und Investmentbanker der Postbank an ihren ersten Tagen an der Börse nicht zu. Mit einem Absturz des Kurses rechnen die Experten allerdings trotz der Turbulenzen rund um den Börsengang auch nicht. „Vermutlich wird sich der Kurs leicht über dem Emissionspreis bewegen“, meint Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

mm/rob/po FRANKFURT/M. Die Aktien der Postbank werden heute zum ersten Mal an der Börse notiert. Am Dienstagabend setzte der Mutterkonzern, die Deutsche Post, den Ausgabekurs für die rund 55 Mill. Aktien ihrer Finanztochter auf 28,50 Euro fest.

„Es gibt einige Gründe, die gegen einen furiosen Start sprechen“, meint Analyst Konrad Becker vom Bankhaus Merck Finck. So sei die Postbank nach der Reduzierung des Emissionsvolumens kein Kandidat für den Deutschen Aktienindex (Dax) mehr (siehe „Bulle & Bär“, unten). Damit müssten Fondsmanager, die sich am Dax orientierten, keine Bestände aufbauen. Auch ein mit der Emission befasster Investmentbanker rechnet nicht mit deutlichen Kurssprüngen. „Die Investoren haben uns während der Zeichnungsfrist klar gemacht, dass 31 Euro für die Postbank zu teuer ist. Ich glaube nicht, dass sie ihre Meinung so schnell ändern.“

Wegen der schwachen Nachfrage der Großinvestoren musste die Postbank ihren Börsengang um zwei Tage verschieben und die Preisspanne von 31,50 bis 36,50 Euro auf 28 bis 32 Euro senken. Das Aktienvolumen fällt jetzt um ein Drittel geringer aus. Die meisten großen Fondsgesellschaften hatten von Anfang an einen Emissionspreis von unter 30 Euro gefordert. Mit einem Volumen von rund 1,6 Mrd. Euro ist der Börsengang der Posttochter noch immer die größte Neuemission seit mehr als drei Jahren. Zusätzlich zum Börsengang bringt die Postbank eine Wandelanleihe über 1 Mrd. Euro an den Markt, die innerhalb von drei Jahren in Aktien des Geldhauses getauscht werden kann.

Diese Hilfskonstruktion rettet den umstrittenen Börsengang und hilft Postchef Klaus Zumwinkel, sein Gesicht zu wahren. Der Manager hatte als Minimalziel für die Neuemission einen Erlös von 2,6 Mrd. Euro vorgegeben. Lange hatte der Postchef mit einer Absage des Börsengangs gedroht, der als wichtiger Indikator für die Aufnahmefähigkeit des deutschen Kapitalmarkts gilt.

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