Analysten halten Kurssprung für übertrieben
US-Anleger zocken mit Radioaktie Sirius

Das Radio ist das bevorzugte Unterhaltungsmedium für Autofahrer. Deshalb haben in den USA, einem Land der weiten Strecken und verstopften Stadtstraßen, kommerzielle Radiosender eine breite Geschäftsbasis.

HB PORTLAND. Das erklärt aber nicht das Zockerfieber, das den Kurs der Sirius Satellite Radio Inc. jüngst auf eine wilde Achterbahnfahrt schickte. Nach steilem Anstieg sackte dieser an einem Tag um fast ein Viertel durch, erholte sich aber inzwischen wieder etwas.

Sirius besitzt als einziger Sender neben der älteren XM Satellite Radio Holdings Inc. eine Lizenz zum Senden via Satellit. Programme, die gegen eine Gebühr über Satelliten ausgestrahlt werden, haben gegenüber frei empfangbaren terrestrischen Sendern eine Reihe von Vorteilen: Sie strahlen Musik in CD-Qualität und größtenteils werbungsfrei aus, unterliegen nicht der inhaltlichen Aufsicht durch die Federal Communications Commission und sie verfügen über eine feste Einnahmequelle durch Abonnementgebühren.

Zusammen werden Sirius und XM Ende 2004 etwa vier Mill. Abonnenten haben, wovon rund 1,5 Mill. auf Sirius entfallen. Obwohl beide Firmen bei geringen Umsätzen noch hohe Anlaufverluste machen, wurde die Sirius-Aktie jüngst zum Gegenstand massiver Spekulation, nachdem die Firma bekannt gab, sie habe den Talkmaster Howard Stern ab 2006 für fünf Jahre und 500 Mill. Dollar unter Vertrag genommen. Der wegen seiner sexuell aufgeladenen Shows als „Schock Jock“ bekannte Stern bringt eine große Fangemeinde mit, aber Sirius braucht nach eigenen Angaben mindestens eine Mill. zusätzlicher Abonnenten, um die Kosten zu rechtfertigen.

Am 1. Dezember wurde überdies Mel Karmazin neuer Chef von Sirius. Karmazin, der wie Stern vom Medienkonzern Viacom kommt, gilt als erstklassiger Radio-Manager. Zusätzlich trieb Aufnahme von XM und Sirius in den führenden US-Technologieindex Nasdaq 100 die Kursentwicklung. Innerhalb von zwei Monaten kletterte der Sirius-Kurs von unter drei auf über neun Dollar. Bei über 1,2 Mrd. umlaufenden Aktien gab das dem Unternehmen inklusive der von Insidern gehaltenen Optionen einen Marktwert von bis zu 14 Mrd. Dollar.

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