Analysten hoffen auf Kurssteigerungen im nächsten Jahr, wenn die Konzerne höhere Preise durchsetzen
Papieraktien erfordern Geduld

Der Konjunkturaufschwung ist in Nordeuropa unübersehbar. Vor allem die großen Maschinenbaukonzerne haben exzellente Quartalsberichte vorgelegt. Schlechter stehen die Papier- und Forstunternehmen da, die neben der Telekommunikation und der Fahrzeugbranche zu den wichtigsten in Nordeuropa gehören.

STOCKHOLM. UPM, M-Real und Stora Enso aus Finnland, Norske Skog aus Norwegen und SCA, Holmen und Billerud aus Schweden haben zwar mit wenigen Ausnahmen gute Zahlen vorgelegt, doch die Aktionäre konnten sich nicht freuen.

Während die Stockholmer Börse in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 15 Prozent gestiegen ist, gab der Forst- und Papierindex um etwa sechs Prozent nach. Die Branche ist eine zyklische Industrie und besonders anfällig für Veränderungen der Konjunkturaussichten. Außerdem gehören die Investitionen – eine neue Papiermaschine etwa kostet rund eine halbe Milliarde Euro – zu den größten überhaupt.

Drei Jahre lang haben die großen Papierkonzerne mit einer schwachen Nachfrage und gleichzeitig sinkenden Preisen für Papier kämpfen müssen. Die Aktien von UPM, Stora Enso, SCA und den anderen nordeuropäischen Forstkonzernen zählen deshalb bis heute zu den Verlierern des zaghaften Aufschwungs. „Das Problem ist der Dollar“, sagt ein Analyst aus Stockholm, der nicht namentlich genannt werden will. Zellstoff, das Grundmaterial für die Papierherstellung, wird in Dollar gezahlt, dessen schwacher Kurs zehrt nach Meinung des Experten einen Großteil der Gewinne auf.

Deshalb wiederholt sich seit ein paar Jahren stets im Herbst das gleiche Spiel: Die großen Papierkonzerne kündigen Preiserhöhungen an, müssen dann aber wegen härterer Konkurrenz und einem Überangebot einen Rückzieher machen. Zum ersten Mal seit mehreren Jahren herrscht vor den neuen Verhandlungen aber eine vorsichtige Zuversicht. „Es gibt einen gewissen Optimismus“, sagt Olaf Grenmark, Analyst der schwedischen Handelsbanken. Er rechnet bei Zeitungspapieren mit einem Preisanstieg von etwa vier Prozent. Eine vorsichtige Prognose: Andere Analysten in Helsinki und Stockholm sprechen von „deutlichen Preiserhöhungen im kommenden Jahr“ und stimmen dabei in den Chor der Papierhersteller ein, die von Aufschlägen im „zweistelligen“ Prozentbereich sprechen.

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